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Grenzlandtage - Buchrezension

Ein Buch, welches die aktuelle Flüchtlingssituation aus der Sicht einer deutschen Jugendlichen wiedergibt, welche eigentlich nur ein paar Tage Auszeit auf einer griechischen Insel nehmen wollte.

 
 

Jule, die Hauptperson, wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin auf einer kleinen griechische Insel Urlaub machen, doch als ihre Freundin krank wird, beschließt sie die Reise alleine anzutreten.
Die ersten Tage in Griechenland verlaufen normal und immer mehr Personen werden dem Leser nebenbei vertraut gemacht.
Doch irgendwann entdeckt Jule ein paar versteckte Zelte mit Flüchtlingen am Strand und ab dem Zeitpunkt drehen sich ihre Gedanken nur noch darum.
Einen der Jungen der Gruppe lernt sie durch mehrere zufällige Begegnungen besser kennen und schnell ist klar, dass sie sich in ihn verliebt hat. Jule kümmert sich so gut sie kann um die Probleme der Gruppe und behält alles für sich. Doch als die Probleme der Gruppe zu groß werden, beschließen sie an die Öffentlichkeit zu gehen und Hilfe von der Polizei zu holen. Die ganze Situation eskaliert und die Menschen flüchten mit einem seeuntauglichen Schiff, mitsamt Jule die sich heimlich aufs Boot geschlichen hat. Das Schiff kentert und nach einem langen Kampf gegen die Wellen werden die restlichen überlebenden Menschen von der Küstenwache geborgen.
Wenn man wissen will wie es weitergeht und ob Jule es schafft ihren Freund mit nach Deutschland zu nehmen, sollte man das Buch selbst lesen.

Der Schreibstil des Buches ist einfach und trotzdem sehr detailliert. Man kann sich alle Orte, alle Personen und alle Situationen sehr gut bildlich vorstellen. Das Buch ist aus der Sicht von Jule geschrieben, doch zwischendrin gibt es einige Abschnitte aus der Sicht des Jungen.
Die Handlung von drei Wochen zieht sich sehr langsam über das ganze Buch. Die Übergänge sind flüssig, doch viele Situationen ähneln sich. Neben der Haupthandlung gibt es noch einige nebensächliche Personen und Handlungen, welche aber am Ende Alles zusammenführen und somit trotzdem ein wichtiger Teil des Buches sind.

Meiner Meinung nach ist die Handlung von Jule doch sehr unrealistisch und generell wirken viele Situationen zu unwahrscheinlich. Da Jule gut erzogen zu sein scheint und ihre Eltern sehr fürsorglich wirken, ist es zu naiv, dass sie einfach mit einem Jungen, den sie zwei Wochen kennt, in ein undichtes Boot steigt. Teilweise wird auch die Affäre der zwei Jugendlichen sehr genau beschrieben, was eher unpassend in dem Buch ist.
Durch den Schreibstil des Buches fühlt man sich, als wäre man dabei, doch da ich persönlich Jules Handlungen nicht ganz nachvollziehen kann, ging das bei mir ein bisschen verloren.
Doch da das Ganze Bezug nimmt auf die aktuelle Lage der Flüchtlingssituation und mich so eine Situation, wie Jule genauso hätte treffen können, wirkt das Buch trotzdem ziemlich realistisch. Ich kann mich in Jule, gestärkt durch ihr jugendliches Alter, leicht hineinversetzen und ihre Gefühle werden sehr gut rübergebracht, ebenso wie ihre Gedankengänge.


Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise ins warme Griechenland, von Glücksgefühlen zu tiefer Trauer und dem Kampfgeist einer angehenden Abiturientin, welche um eine anscheinend hoffnungslose Liebe kämpft. Alles in Allem ist es ein lesenswertes Jugendbuch, welches einen über sich selbst und die Flüchtlingssituation nachdenken lässt.

 

Bild: https://www.google.de/search?q=grenzlandtage&client=firefox-b&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwimm6jP6fjSAhVIlSwKHaMqA2YQ_AUICSgC&biw=1600&bih=767#imgrc=uTZfbpYm9HyFAM:

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