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Nerve

Bist du Watcher oder Player? Der Thriller über ein gefährliches, illegales Onlinespiel. Wir haben den Film natürlich gesehen, hier eine Meinung dazu.

 
 

„Dann erschieß mich doch“
Im Jugend ActionThriller Nerve geht es um die High School Schülerin Vee (Emma Roberts) die an einen Online Spiel teilnimmt. Dabei bekommt sie von den Zuschauenden immer wieder Challenges gestellt, die sie dann für Geld und Internetfame ausführt. Vom harmlosen Kuss werden die Aufgaben immer verrückter und sind sogar lebensgefährlich. Immer an ihrer Seite ist Ian (David Franco) der auch am Spiel teilnimmt und mit dem sie gemeinsam dafür kämpft in das Finale zu kommen.


Wer aussteigt verliert
Sydney ist Vees beste Freundin und schon eine Weile beim Spiel Nerve aktiv. Sie kämpft darum in die TOP 10 zu kommen und ist neidisch auf Vee, da sie plötzlich sehr viele Watcher bekommt und ihre Klickzahl in wenigen Stunden überholt.
„Willkommen bei Nerve ein Spiel wie Wahrheit oder Pflicht, nur ohne die Wahrheit“ so beginnt das Intro des Onlinespiels. Danach entscheidet man sich, ob man anderen Menschen beim Spielen zuschauen will, also zum Watcher wird oder ob man selbst Aufgaben erledigen will als Player.
Sobald man eine Aufgabe nicht schafft, wird man automatisch vom Spiel ausgeschlossen und verliert auch all seine Gewinne. Das treibt die Player natürlich an immer weiter zu machen und für jede Aufgabe noch einen Schritt weiter zu gehen. Angefeuert von der Community.


GoPro Actionszenen
Der Film hat unglaublich viele spannende Momente, an denen man kurz den Atem anhält und hofft, dass auf dem Bildschirm alles gut geht. Die Bildgestaltung ist ein stimmiger Mix zwischen Hollywood Kino und YouTube Ästhetik. Immer wieder kommen GoPros und Handykameras zum Einsatz, die visuell aus dem Film ein abwechslungsreiches Sehvermögen machen. Gerade Actionreiche Szenen, wie eine schnelle Motorradfahrt oder Skateboardszenen, werden dadurch noch aufregender.
Diese Art von Gestaltung lässt die Szenen auch realer wirken, da wir über soziale Netzwerke viele solcher YouTube Videos kennen, die wir mehrmals täglich konsumieren oder auch produzieren. Bildschirme betten sich transparent in das Kinobild ein und lassen dich subjektiv mit den Darstellern auf die Bildschirme sehen. Diese effekte sind großartig gemacht. In der deutschen Version des Filmes wurden sogar die Chattexte neu geschrieben und nicht nur mit Untertiteln übersetzt.


Wie im echten Leben … ?
Die Gestaltung der App „Nerve“ orientiert sich stark an der real existierenden App Periscope bei der Menschen per Handy live aus ihrem Leben berichten und Zuschauer Kommentare abgeben oder ihren Zuspruch mit Herzen aussprechen.
Das Thema ist aktuell und super gewählt. Einige werden sicher an den Punkt kommen ihre eigenes Verhalten in sozialen Netzwerken zu reflektieren. Das faszinierende an dem Film ist, dass man hinterher nicht sagen kann es ist ja nur ein Film. Vieles, was im Film bis zum Absurdum abgebildet wird, passiert in der Realität. Die App nimmt alle deine Daten von Profilen, die du im Internet hast und bastelt dir darauf aufbauende passende Challenges, die dich herausfordern und nicht einfach nur ein witziger Scherz sind.


Die Regisseure Ariel Schulmann und Henry Joost haben extra für den Film auch amerikanische YouTube Stars gecastet. Der Cartoonist und Künstler „The Fat Jewish“ tritt zum Beispiel als Tätowierer auf. Großartig ist aber auch der Nebendarsteller , der vom Musiker Machine Gun Kelly gespielt wird. Er spielt die Figur Ty, der versucht neben Vee und Ian ins Finale kommt und den Wettbewerb unbedingt gewinnen will.
Halten wir fest – großartige Spannungskurve, aktueller Bezug und tolle Schauspiler*innen.

 

Jetzt kommt das aber
ABER

Je länger man den Film Nerve schaut, desto unlogischer wird er. Das Drehbuch von Jeanne Ryan wirft einige Fragen auf. Laut Film spielen die Figuren Max und Ian schon lange das Spiel Nerve und arbeiten bereits Monate auf einen Sieg hin. Vee schafft es innerhalb von einer Nacht ins Finale. Zum Ende tauchen immer mehr vermummte Menschen auf, die die Hauptdarsteller zum Finale leiten und ihnen im Real Life Aufgaben geben statt wie vorher über die App.


Die Rettung – Achtung Spoiler

Sehr theatralisch schafft es am Ende Vees Highschool Freund Tommy mit seinem Hackerclub alle User*innen der App zum ausloggen zu bewegen. Ein schöner Moment, der noch einmal bewusst den Zeigefinger hoch hält, dass es nicht die Creator von Internetinhalten Schuld sind, sondern sehr oft die Zuschauer, die so etwas sehen wollen.

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