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extra frischluft: Europäischer Freiwilligendienst in Oświęcim (Polen)

extra frischluft: Europäischer Freiwilligendienst in Oświęcim (Polen)

Frische Luft? Mitnichten. Abfälle werden hier gerne mal draußen verbrannt und durch das Heizen mit Kohle legt sich oft ein dichter Rauch über die Stadt. Die Rede ist von Oświęcim. Nicole Freihoff berichtet euch von ihrem Europäischen Freiwilligendienst, den sie hier verbringt.

 
 

In dieser kleinen Stadt in der polnischen Region Małopolska (Kleinpolen) lebe ich nun schon seit sieben Monaten. Seit auch hier der lange, kalte Winter überwunden scheint, riecht es nach Frühling und die Zeit vergeht wie im Flug!

Knallrote Plastiksitze

Gerade geht die Sonne hinter dem Schloss unter, auf das ich von meinem Arbeitsplatz im Büro des Jüdischen Zentrums blicke. Jeden Tag überquere ich den Fluss Soła auf dem Weg nach Hause und wenn man die Augen schließt und den leicht fischigen Geruch in der Nase hat, fühlt man sich fast wie am Meer. Mein Zuhause ist eine kleine Wohnung in einem hier typischen, mehrstöckigen Plattenbau. Noch vor ungefähr einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, ausgerechnet hier meinen Europäischen Freiwilligendienst zu verbringen. Portugal und die Türkei waren meine Traumziele. Andere Luft, im Sinne von einem anderen Klima, wäre mir dort wohl garantiert gewesen. Wenn ich nun im Zug nach Katowice sitze und nach draußen schaue, sieht es landschaftlich gar nicht mal so anders aus als im Münsterland, wo ich davor 20 Jahre meines Lebens verbracht habe. Die knallroten Plastiksitze und, nett ausgedrückt, äußerst unebene Schienenstrecken lassen einen dann aber doch schnell spüren, dass man sich in Südpolen befindet.

Idyllische Natur

Bergluft schnuppern ist hier glücklicherweise schnell möglich. Bis zum Beskiden-Gebirge sind es nur 40 Kilometer. Das Angebot für junge Leute ist recht begrenzt, aber nach Krakau dauert es mit dem Bus nur anderthalb Stunden.

Sprachbarrieren

Leider klappt es mit dem Polnisch noch nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte. Zwar habe ich eine gute Lehrerin, aber zwei Stunden Unterricht die Woche reichen eben nicht aus. Schon gar nicht für eine Sprache mit sieben Fällen, in der man schon stolz ist, „Hallo“ (Cześć) und „Entschuldigung“ (Przepraszam) einigermaßen akzentfrei aussprechen zu können.
Die Arbeit hier gefällt mir trotzdem sehr gut, ich führe Besuchergruppen, meist Jugendliche, durch die Ausstellung unseres Museums, zeige ihnen die Synagoge und erkläre dadurch, neben der jüdischen Geschichte der Stadt, auch Traditionen und Bräuche im jüdischen Glauben.

Viel zu sehen

Frische Luft im Sinne von Abwechslung habe ich jedoch auch genug. Ich versuche jede freie Minute mit Reisen zu verbringen und war schon in Wrocław (Breslau), Warschau, Torun aber auch Tschechien. Budapest und die Slowakei stehen als nächstes auf meiner Liste, langweilig wird es also nicht!

Fernweh-Pläne

Auch für die Zukunft bringt mich dieser Auslandsaufenthalt sicher weiter. Ich konnte hier nicht nur mein Englisch verbessern und Einblicke in eine ganz neue Sprache gewinnen sondern habe auch viele neue Bekannte und Freunde gefunden, zu denen ich hoffentlich auch weiterhin Kontakt halten werde. Außerdem werde ich nun zum Studieren (auf Englisch) in die Niederlande gehen und plane schon meinen nächsten Aufenthalt: Ich werde wahrscheinlich ein Semester mit dem ERASMUS-Programm ins Ausland gehen. Und wer weiß, vielleicht diesmal wirklich nach Portugal?

 

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

Diesen Monat verlassen wir die gewohnten Pfade und begeben uns auf Reisen. Wohin diese führen? Das weiß wahrscheinlich niemand so genau. Schließlich kann es einen überallhin verschlagen. Zum Urlaub in die Staaten oder im Rahmen eines Austauschprogramms nach Frankreich. Völlig egal, Hauptsache weg von daheim! 
Wer mit uns auf Entdeckungsreise gehen will, ist hier genau richtig, beim extra unterwegs.

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