weltweit
extra erwachsen: Absatzschuhe und tote Schlangen
In Japan werden alle 20-Jährige am gleichen Tag erwachsen: Der Nationalfeiertag am ersten Montag im Januar ist all denen gewidmet, die im vergangenen Jahr ihren 20. Geburtstag gefeiert haben. Die jungen Männer tragen dunkle Anzüge, die Frauen hingegen tragen Kimonos. In jeder Stadt gibt es eine Feier, auf der der Bürgermeister den Mädchen persönlich gratuliert.
Ein neues Paar Schuhe
In Südamerika haben die 15-jährigen Mädchen stattdessen einen besonderen Tag ganz für sich alleine: die Quinceañera. Die Familiensind bereit, für diese Feier auch mehrere tausend Dollar auszugeben. Absolutes Muss: ein rosa Brautkleid. Das Fest ist eine Art kleiner Opernball: Das Geburtstagskind tanzt mit allen Männern der Familie und bedankt sich bei den fünfzehn wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Beim Schuhwechsel nimmt der Vater ihre flachen Schuhe weg und schenkt ihr das erste Paar Absatzschuhe.
Glanz und Gloria
In Myanmar leben die zwölfjährigen Jungs kurze Zeit als Prinzen, dazu tragen sie die traditionelle Prinzentracht. Drei Tage lang müssen sie auf den Schultern von Verwandten und Bekannten getragen werden. Danach sollen sie aber lernen, in Armut zu leben und ziehen mehrere Wochen oder Monate in ein buddhistisches Kloster.
Mutproben
In vielen Kulturen müssen Kinder Schmerz erleiden oder gefährliche Mutproben meistern: In einigen afrikanischen Stämme ritzen die älteren Frauen den 14-Jährigen Mädchen Ziernarben in die Haut. Die Jungs müssen Schlangen töten oder Wespennester fangen.
Auf eigenen Beinen
Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, die Männlichkeit zu beweisen: Einige Indianerstämme schicken ihre 16-Jährigen Söhne in die Wildnis. Dort sollen sie über ihre Zukunft nachdenken. Ähnlich ist es in Australien bei den Aborigines. Hier sollen die jungen Erwachsenen wörtlich in die „Fußstapfen ihrer Vorfahren treten“. Dafür wandern sie sechs Monate lang auf so genannten Traumpfaden entlang. Auf diesen Pfaden wanderten schon Generationen ihrer Vorfahren. Hier können die jungen Leute sich abhärten und die Familiengeschichte ergründen.
In aller Stille
Ob sie nun lange Nächte mit Wölfen in der sibirischen Tundra verbringen oder Monate bei Kamelen leben: Bei vielen Übergangsriten müssen die Heranwachsenden eine Zeit lang alleine verbringen. Das kurze „Verschwinden“ von Zuhause steht für den Tod des Kindes. Das „Wiederauftauchen“ nach kurzer Zeit symbolisiert, dass das Geburtstagskind als Erwachsener wiedergeboren ist.
Überall das gleiche Spiel
Wissenschaftler glauben, dass Heranwachsende ihre Veränderungen in Körper, Seele und Hirn besser verarbeiten können, wenn sie sich zurückziehen. Das erinnert an das Verhalten vieler westlicher Teenager: Sie ärgern ihre Eltern, weil sie den ganzen Tag in ihrem Zimmer verbringen und von niemanden gestört werden wollen.
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- Alle Artikel zum extra erwachsen
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