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extra mobil: Total global

extra mobil: Total global

Waren sind mobil: Unsere Klamotten kommen aus Bangladesch, unsere Mobiltelefone aus Japan, unser Kaffee aus Nicaragua – wir leben total global. Kein Staat auf der Welt kann heute unabhängig von den anderen Staaten handeln; Die weltweite Vernetzung schreitet immer schneller voran. Ist sie nun gut oder schlecht, die Globalisierung? Geht es uns prima, weil es anderen mies geht? Oder sind wir am Ende die Dummen, weil andere uns die Arbeitsplätze wegnehmen? Globalisierung ist ein Streitthema.

 
 

Proteste an der Ostsee

In dem beschaulichen Ort Heiligendamm an der deutschen Ostseeküste war Anfang Juni 2007 die Hölle los. Hinter einem gewaltigen Schutzzaun um das Kempinski Grand Hotel empfing die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre ausländischen Kollegen anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels. Auf dem jährlichen Treffen kamen die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten und anderer Länder zusammen, um in entspannter Atmosphäre globale Themen und Probleme zu beraten. Zu den G8-Staaten gehören die sieben führenden Industrieländer (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA) und Russland. Warum gab es eigentlich so viele Proteste gegen die Globalisierung? Profitieren nicht alle – und gerade auch die armen Länder – von der weltweiten Arbeitsteilung? Prinzipiell schon, aber offensichtlich nicht in dem Ausmaß, in dem es sich die Globalisierungsgegner wünschen. Sie kritisieren nicht das Phänomen der Globalisierung an sich, sondern wie dieser Prozess vonstatten geht. Aber fangen wir bei den Grundlagen an ...

Konkurrenz belebt das Geschäft

altIn der Wirtschaft dreht sich alles um den Markt und die Marktteilnehmer, das heißt das Angebot und die Nachfrage. Sobald unter den Anbietern Konkurrenz herrscht, können die Nachfrager auswählen und kaufen wahrscheinlich bei dem, der das bessere Produkt hat oder es günstiger verkaufen kann. Also werden sich beide Anbieter bemühen, besser und billiger zu sein als der Konkurrent. Dadurch werden Neuerungen vorangetrieben, und der Kunde freut sich über niedrigere Preise. Früher fand dieser Konkurrenzkampf in einem kleineren Rahmen statt, zum Beispiel nur innerhalb eines Landes. Heute hat er sich auf die ganze Welt ausgedehnt. In den vergangenen Jahrzehnten haben neue Verkehrs- und Kommunikationstechniken (allen voran das Internet) dafür gesorgt, dass Produkte und Ideen schneller verbreitet werden können.

Pro Globalisierung: "Größte gute Nachricht für die Menschheit"

Für Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, den ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, ist die Globalisierung nach der Aufklärung und der Erklärung der Menschenrechte die größte gute Nachricht für die Menschheit überhaupt: "Globalisierung bedeutet ja nicht nur, dass Waren, Güter und Dienstleistungen um die Welt gehen. Sie beinhaltet vielmehr einen Austausch der besten Ideen", sagt er in einem Interview mit dem Magazin "fluter". Hans-Olaf Henkel ist der Ansicht, dass die Risiken überschätzt werden und die positiven Aspekte überwiegen – auch für die Entwicklungsländer. "Die Vorteile sind das, was ich als magisches Dreieck bezeichnen würde: Demokratie, Menschenrechte und Soziale Marktwirtschaft. Diese Ideen haben durch die Globalisierung einen wahren Siegeszug um die Welt gefeiert." Die Globalisierungsgegner ruft er dazu auf, lieber gegen die politischen Systeme in den Entwicklungsländern zu demonstrieren, statt gegen die eigenen Regierungen: "Die so genannten Verlierer der Globalisierung, die armen Menschen in Afrika und islamischen Ländern zum Beispiel, nehmen nicht an den Früchten der Globalisierung teil und leiden darunter. Sie leiden nicht unter der Globalisierung als solcher, vielmehr wird ihnen der Zugang zur Globalisierung durch feudalistische und diktatorische Regime verwehrt."

Kontra Globalisierung: "Nur die Starken profitieren"

Kritiker der Globalisierung sehen das etwas anders. Sie kommen aus allen politischen Richtungen. Die einen beklagen, dass durch die internationale Verflechtung traditionelle und kulturelle Unterschiede verloren gehen, weil Filme, Musik und Marken aus den westlichen Industrieländern weltweit dominieren. Die anderen, wie die Anti-Globalisierungsorganisation Attac, werfen dem reichen Westen vor, die Menschen in den ärmeren Ländern als Rohstofflieferanten und Billigarbeitskräfte auszunutzen. Sie vertreten die Ansicht, dass insgesamt die Schwachen wenig von der Globalisierung haben, während die Starken von ihr profitieren.

Verbindliche Regeln und Maßnahmen für alle

Ähnlich sieht das Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der von März 2000 bis Oktober 2002 die Enquête-Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft“ im Deutschen Bundestag leitete. "Durch Wanderungsbewegungen und Drohgebärden der Wirtschaft wurden Staaten zunehmend veranlasst, Steuerentlastungen zugunsten der Reichen durchzuführen", sagt er. "Früher mussten Millionäre prozentual mehr Steuern zahlen als Mittelverdiener. Nun sehen wir eine systematische Senkung aller Steuern, die mit Kapital und Unternehmen zusammenhängen, während gleichzeitig Verbrauchssteuern sowie die Versteuerung von weniger bezahlten Arbeiten zugenommen haben." Ernst Ulrich von Weizsäcker fordert eine bessere Zusammenarbeit der Staaten untereinander (Global Governance) sowie internationale Regeln und Maßnahmen, die von der internationalen Wirtschaft respektiert werden müssen: gegen Dumping, zur Vermeidung von "Steueroasen", zur Einhaltung von Arbeitsnormen, zur Achtung der Menschenrechte und so weiter.

Weiterführende Links:

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  • Ekonom - das Wirtschaftsmodul: Hintergrundinfos zu Wirtschaftsthemen
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