projekte
Jugendkultur - ein globaler Charakter der verbindet
Die Begegnung war von zwei großen Höhepunkten bestimmt: zum einen der Besuch der Jugendgruppe und dem damit verbundenen Programm, zum anderen der Dance Contest mit dem Leitthema Toleranz (Dance for tolerance). Beide Ereignisse waren eng miteinander verbunden, da die Italiener mit vier Breakdancern anreisten, die während des Dance-Contest den Topact darstellten und sich diesen Titel auch wahrlich verdient haben.
Offene, faire und tolerante Atmosphäre
Der Dance Contest wurde von etwa 550 Jugendlichen besucht und verlief in einer äußerst lebhaften, offenen, fairen und toleranten Atmosphäre. Die rund 130 Tänzerinnen und Tänzer wurden durch das begeisterte Publikum tatkräftig unterstützt.Während beim ersten Contest 2003 nur Mädchen und junge Frauen für den Wettbewerb zugelassen waren, sollten die beiden Stilrichtungen Breakdance und Hip-Hop, die ganz offensichtlich von männlichen Jugendlichen geprägt und dominiert sind und der Street-Dance, der mit seinen individuellen Gestaltungsmöglichkeiten den Mädchen besonders entgegen kommt, miteinander verbunden werden. Im Street-Dance und im Hip-Hop spiegelt sich das Leben auf der Straße wider, manchmal kraftvoll und kämpferisch, manchmal raffiniert und lustig. In ihm mischen sich in lebendiger Weise Bewegungen aus Funk, Soul, Breakdance, Jazzdance und Tanzimprovisation.
Graffiti und Breakdance: Gemeinsame Sprache ermöglicht Zugang
Natürlich stand auch eine kulturelle Schwarzwaldrundreise mit dem Titel „Auf den Spuren Eurer (italienischen) Vorfahren“ auf dem Programm,die ebenso viel Begeisterung auslöste, wie der tagtägliche gemeinsame Austausch zwischen den deutschen und italienischen Jugendlichen. Die anfänglichen Sprachbarrieren wurden durch die gemeinsame Interessen und Aktionen schnell überwunden. Insbesondere der Dance Contest, beziehungsweise allgemein das Tanzen und der Graffiti-Workshop, waren letztlich die gemeinsame Sprache der Jugendlichen, die einen wunderbaren Zugang zueinander ermöglicht hat, ungeachtet von Schulbildung oder gesellschaftlichem Stand.
Interkultureller Austausch
Ansatzpunkte der Verknüpfung zwischen den beiden Veranstaltungen (Jugendaustausch und Dance-Contest) war ganz klar das Ziel, einen Jugendkulturaustausch zu erreichen. Wichtig war den Veranstaltern, insbesondere den Jugendlichen die Möglichkeit eines interkulturellen Austausches zu geben, die ansonsten aufgrund finanzieller und/oder gesellschaftlicher Gegebenheiten keinen Zugang dazu gehabt hätten. Dies ist uns sowohl auf der deutschen, als auch auf der italienischen Seite gelungen. Was an Sympathien, Engagement und gegenseitigem Interesse entstanden sind, lässt sich kaum beschreiben. Auch in politischer Hinsicht hätte der Zeitpunkt eines Besuches aus Neapel kaum besser gewählt sein können: Aufgrund der aktuellen schwierigen politischen Lage vor Ort spricht es für sich, ein Zeichen zu setzen und Jugenliche aus Neapel im Landkreis Waldshut aufzunehmen.
Und wie geht es weiter?
Einen Dance-Contest wollen die Veranstalter auch 2007 auf die Beine stellen, da ganz offensichtlich das Interesse und die Nachfrage bei den Jugendlichen im Landkreis ungemein groß ist. Die Kontakte nach Neapel sollen vertieft werden. Im April 2007 ist ein Gegenbesuch von deutschen Jugendlichen geplant.
Es soll und es wird also weiter gehen. Zu viel ist entstanden an Eindrücken und Gemeinsamkeiten, um es bei einer einmaligen Begegnung zu belassen.
Die Jugendlichen auf beiden Seiten haben die Möglichkeit erhalten neue Kulturen und Ansichten kennen zu lernen. Und ihnen ist bewusst geworden, dass es trotz aller Andersartigkeit möglich ist, eine gemeinsame Sprache zu finden und dass Jugendkultur, mehr den je einen globalen Charakter hat, der sie verbindet.
Weiterführende Links:
Im Jugendnetz:
Im weiteren WWW:
- Die Gruppe aus neun jungen Männern betreibt unter anderem mit Hilfe von Breakdance- und Graffitiaktionen gemeinnützige projektorientierte Jugendarbeit in Neapel: www.bereshitonlus.com
- Das Jugendcafé am Kornhaus in Waldshut


