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extra nostalgie: Eintauchen in die Lesewelt

extra nostalgie: Eintauchen in die Lesewelt

Vanessa hat ein ganz spezielles Hobby: Sie ist Vorleserin beim Verein Lesewelt. Kindern bietet sie ein Alternativprogramm zum Fernsehen und den ersten wirklichen Einblick in die Welt der Märchen und spannenden Geschichten. Ute Kammholz beschreibt, wie man Vorleserin wird.

 
 

Was tut der Verein Lesewelt?

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Seit über fünf Jahren organisiert der Verein Lesewelt Vorlesestunden für Kinder in Bibliotheken, Schulen und Kindergärten. Die engagierten Vorleserinnen und Vorleser sind zwischen zehn und 88 Jahre alt.

Zielgruppe des Vereins Lesewelt sind insbesondere Kinder, denen der Zugang zur fantastischen Welt der Bücher bislang versperrt blieb, sowie Kinder nichtdeutscher Herkunft. Der Verein möchte damit vor allem bei den Kindern die Freude am Lesen fördern. Bislang haben über 40.000 Berliner Kinder an den Vorlesestunden teilgenommen. Weitere Angebote von Lesewelt sind Fortbildungsveranstaltungen für Vorleserinnen und Vorleser, Prominente lesen für Kinder, die Versteigerungen signierter Bücher und das bundesweite Lesewelt-Netzwerk.

Interview mit Vanessa

Die 21-Jährige Vanessa ist eine von 100 ehrenamtlichen Vorleserinnen. Sie studiert Grundschulpädagogik und wurde von Ute Kammholz zu ihrem Engagement interviewt:

Wo liest du vor und wie lange schon?

In der Hugo-Heimann-Bibliothek im Wedding, seit ungefähr einem Dreivierteljahr.

Was gab den Anstoß für deine ehrenamtliche Mitarbeit bei einem gemeinnützigen Verein?

Das Studium ist schon sehr praxisfern. Was ich dort lerne, wollte ich sofort in die Praxis umsetzen.

Warum gerade bei Lesewelt?

Weil sich Lesewelt auf Kinder spezialisiert hat. Ich lese supergerne und das passte einfach.

Was meinst Du, was bewirkt dein ganz persönliches Engagement/dein Vorlesen?

Die meisten sind eben Emigrantenkinder. Sie können nicht zwischen ihrer Muttersprache und Deutsch differenzieren. Es ist gut für sie, bewusst mit Sprache durch das Nacherzählen oder das Besprechen der Bilder in den Büchern umzugehen.

Bist du zufrieden mit der Wahl deiner Mitarbeit? Hast du dir das Vorlesen so vorgestellt?

Ja. Eine Stunde in der Woche reicht vielleicht für die Kinder nicht, ist für uns Vorleser aber viel.alt

Wissen deine Kommilitonen, dass du bei Lesewelt e.V. bist?

Ja. Sie fragen immer ganz interessiert, haben aber keine Zeit für eine Mitarbeit.

Würdest du anderen Jugendlichen auch empfehlen, bei Lesewelt e.V. mitzumachen?

Ja, wenn man geduldig ist, dann geht das. Geduld und Ruhe braucht man.

Wer sucht die Bücher zum Vorlesen aus?

Im Allgemeinen suchen die Kinder die Bücher selber aus.

Welches sind die Bücher, die deine kleinen Zuhörer am liebsten hören?

Das ist schwierig. Die älteren Kinder, ab etwa elf Jahren, mögen sehr gerne Märchen, zum Beispiel „Märchen aus 1001 Nacht“. Bei den kleinen Jungs zwischen vier und acht Jahren sind es die Dinosaurierbücher. Die Mädchen legen sich nicht so fest.

Was denkst du, warum es gerade diese Bücher sind?

Sie kennen meist nur die Zeichentrickfilme und wissen gar nicht, dass das ursprünglich aus einem Buch ist. Diese Märchen sind halt ganz anders als europäische Märchen. Das mit den Dinos kann ich mir nicht erklären. Die Kinder zeigen mir dann, wie die Dinos fressen und jagen, spielen selbst den Dino.

Welches ist dein ganz persönliches Lieblings-Kinderbuch und warum?

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ war ganz früher mein Favorit und der Struwwelpeter und Grimms Märchen.

Bei der Raupe vor allem wegen der Bilder und der Löcher für die Finger, die mit jeder Seite immer größer wurden. Den Struwwelpeter fand ich irgendwie gruselig und spannend, anders. In den Märchen steckt so viel Wahres. Die kann man zehnmal lesen und es wird nicht langweilig.

Glaubst du, dass die neuen Medien, also Computer, Internet, Fernseher, PC- oder Videospiele und Lernspiele, das Buch verdrängen?

Schwierig. Zum Teil schon, zumindest bei den Kindern, die zu uns kommen. Sie fragen oft zwischendurch, ob sie an den Computer gehen dürfen. Das „Zurücklehnen“ spricht viele Kinder an. Sie müssen erst lernen, dass Lesen etwas Schönes ist.alt

Gibt es etwas, was du an dieser Stelle unbedingt loswerden möchtest?

Ja. Ich finde es immer so traurig, dass die Eltern so wenig Wert darauf legen, dass die Kinder kontinuierlich zum Vorlesen kommen. Sie lernen nicht, dass man „durchhalten“ muss, regelmäßig da ist. Man kann sich nicht darauf einstellen, dass das Kind beim nächsten Mal wirklich wieder zum Vorlesen kommt.

Da wir das Interview auf der Geburtstagsfeier von Lesewelt führen: Was wünschst du Lesewelt zum fünften Jahrestag?

Dass die finanziellen Mittel immer reichen. Dass Leute weiterhin zu begeistern sind. Es gibt so schöne Momente beim Vorlesen als Wiedergutmachung für die stressigen, anstrengenden.

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

 

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