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extra engagement: "Du kannst mehr als du glaubst!" - Das Jugendabzeichen Baden-Württemberg

extra engagement: "Du kannst mehr als du glaubst!" - Das Jugendabzeichen Baden-Württemberg

Das Jugendabzeichen Baden-Württemberg richtet sich an junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren. Es bietet Möglichkeiten für Selbstverwirklichung, Abenteuer, sozialen Einsatz und die Entwicklung von persönlichen Interessen. Es hat die Stufen Bronze, Silber und Gold und besteht aus den Bereichen Dienst, Expeditionen, Talente und Fitness. Bisher haben fast sechs Millionen Jugendliche aus über 100 Ländern teilgenommen. Eine davon ist Jitka aus Budweis in der Tscheschischen Repubik. Karsten Vogel hat sie interviewt.

 
 
Was fällt dir zu dem Thema "Internationales Jugendprogramm" und "Jugendabzeichen Baden-Württemberg" spontan ein?
Meine Expedition auf der Goldstufe in Irland, Freunde, Freundschaften.

Wie bist du zum Programm gekommen?
Über die Schule. Mein Geschichtslehrer, der an unserer Schule Teilnehmer betreut, hat es uns vorgestellt.

Was hat dich daran gereizt?
Der Inhalt und die Philosophie des Programms. Ich sah, dass ich dadurch etwas lernen und mich in den Bereichen, die durch das Programm gefördert werden, verbessern könnte.

Fiel es dir manchmal schwer durchzuhalten?
Nicht wirklich. Manchmal gab es solche Momente, aber meistens hat es vor allem Spaß gemacht.

Du hast auf der Bronzestufe mit dem Programm begonnen. Was hast du da in den Programmteilen gemacht?
Für „Talente“ habe ich im Schul-Chor gesungen, für „Fitness“ Karate gelernt. Den Dienst leistete ich im Kindergarten und die Expedition fand in der Nähe meines Heimatortes statt.

Wie ging es bei Silber weiter?
Da habe ich in „Fitness“ Bodystyling gemacht und für „Talente“ in einer Sprachschule Französisch gelernt. Meinen Dienst leistete ich beim Roten Kreuz in der Ersten Hilfe. Die Expedition war eine Tour in dem Tschechischen Nationalpark Sumava.

Und jetzt auf der Goldstufe?
Hier habe ich im Bereich „Talente“ Klavier gelernt. Mein Dienst fand im Altersheim statt, wo ich half, die Mahlzeiten der älteren Leute vorzubereiten, ihnen Gesellschaft leistete, mit ihnen redete usw. Für „Fitness“ habe ich orientalische Tänze erlernt. Die Expedition fand wie gesagt in Irland statt und war, wie bei Bronze und Silber, zu Fuß. Was ich als Projekt machen will, weiß ich noch nicht so genau.

Du hast also auf jeder Stufe in allen Programmteilen außer der Expedition mit Neuem begonnen. Hast du trotzdem einige der Aktivitäten fortgesetzt?
Ja. Ich singe immer noch im Chor, lerne Französisch und betreibe Bodystyling. Mit den orientalischen Tänzen habe ich kurzfristig aufgehört, aber nur, weil jetzt Sommerferien sind. Danach werde ich auf jeden Fall damit fortfahren.

Welche der Aktivitäten haben dir denn am meisten Spaß gemacht?
Eigentlich fast alles, aber besonders Französisch, die Expeditionen und Tänze.

Und warum?
Ich mag Sprachen und bewege mich einfach gerne. Außerdem bin ich gerne in der Natur und mit Freunden zusammen, was ja bei einer Expedition beides der Fall ist.

Bei welchen Aktivitäten denkst du, dass sie dir persönlich am meisten gebracht haben?
Allgemein der Dienst, weil er einen dazu bringt, Gutes zu tun.

Gab es auch Aktivitäten, die dir nichts oder wenig gebracht haben?
Zum Beispiel Karate im Programmteil Fitness, weil mir dieser Sport nicht besonders liegt.

Gab es Erlebnisse, die dich besonders beeindruckt haben?
Die Viertagestour in Irland. Das Programm dauerte insgesamt zehn Tage, wir waren eine tschechische und eine irische Gruppe. Und die Gespräche mit den älteren Menschen im Dienst.

Erhoffst du dir für deine Zukunft etwas von der Teilnahme am Jugendprogramm?
Ja, Ich denke zum Beispiel, dass es bei Bewerbungen nützlich sein kann. Aber das war kein Grund für mich, am Programm teilzunehmen.

Was findest du besonders gut am Jugendprogramm?
Ich denke, der Sinn des Programms ist es, junge Leute dazu zu bringen, aktiv etwas zu tun, statt beispielsweise nur vor dem Fernseher rumzuhängen. Außerdem kann es Jugendliche selbständiger machen, besonders die Expedition. Und es macht die Leute offener, aufgeschlossener, besonders der Dienst.

Und was magst du nicht so?
Die Expeditionsberichte nach den Touren!

Willst du das Jugendprogramm später auch selbst unterstützen?
Das mache ich auch jetzt teilweise schon, zum Beispiel als Teilnehmer beim Youth Ambassador Program (YAP). Wir suchen Sponsoren für Projekte; wenn zum Beispiel ein Kindergarten Geld benötigt, fragen wir beim Bürgermeister an. Später will ich auch als Betreuerin beim Jugendprogramm weitermachen und helfen, das Programm in Tschechien fortzuführen.

Was machst du, wenn du nicht gerade fürs Jugendprogramm tätig bist?
Ich habe ein Kaninchen, um das ich mich kümmere. Außerdem reise ich gerne, höre gern Musik und tanze viel. Den Rest findest du bei meinen Jugendprogramm-Aktivitäten.

Wie bist du zur Sommerschule gekommen?
Mein Geschichtslehrer hat mich in einer E-Mail gefragt, ob ich daran teilnehmen möchte. Ich dachte eigentlich, es ginge um einen Jugendaustausch.

Hat dir die Teilnahme dennoch etwas gebracht?
Auf jeden Fall, besonders die Lehrgänge. Ich habe in Tschechien bisher an keinem Lehrgang teilgenommen und hier vieles gelernt.

Und was würdest du verbessern?
Ich fand die Sommerschule bisher eigentlich ziemlich gut, ich gehöre vielleicht nur nicht zur eigentlichen „Zielgruppe“. Ich finde aber, die Sommerschule sollte länger gehen und es sollte eine richtige Expedition mit Übernachtung geben. Es wäre auch toll, wenn es mehr internationale Teilnehmer gäbe.

Es wurde in den letzten Tagen viel über das Jugendprogramm in Deutschland geredet. Was, denkst du, ist anders als bei euch?
Zum Beispiel habe ich hier zum ersten Mal die Streckentabellen für die Expedition gesehen. Allgemein denke ich, dass das Jugendprogramm hier von der Bevölkerung ernster genommen wird als in Tschechien. Ich zumindest wurde in Tschechien noch nie vom Bürgermeister meiner Stadt zum Jugendprogramm befragt, wie von Herrn Galm in Osterburken.

Bitte vervollständige den folgenden Satz: Das Jugendprogramm ist...
...eine Sache, die die Welt verbessern kann.
Das Programm ist keine Organisation. Es wird vielmehr von Schulen, Heimen, Jugendgruppen und Unternehmen in ihrer Arbeit mit jungen Leuten im Rahmen eines Lizenzsystems eigenverantwortlich eingesetzt. Grundlage für die Betätigung der Teilnehmer sind die örtlichen Möglichkeiten, die für das Programm vernetzt werden.
In Baden-Württemberg wird das Programm in Kooperation mit dem Kultusministerium und der Servicestelle Jugend als Jugendabzeichen Baden-Württemberg herausgegeben.

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