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extra dialog: Völkerverständigung in der Spülküche
Was bis eben noch fein säuberlich nach Staatsangehörigkeit getrennt an zwei verschiedenen Tischen saß, findet sich nach dem Essen plötzlich zusammen mit einem Wagen voll schmutzigem Geschirr in der Spülküche wieder: Da stehen sie nun, drei polnische Teilnehmerinnen und eine Deutschte und wissen nicht so ganz, was sie mit sich und dem schmutzigem Geschirr anfangen sollen. Ziemlich wortkarg und durch einige Gesten und Laute begleitet, werden die ersten Tassen in Spülkörbe geräumt und die Turbospülmaschine fängt an zu laufen.
Jungs, die unter Verschluss gehören
Und irgendwann, anfangs noch sehr sachte, nach einigen Sätzen schon weniger schüchtern, läuft es auch mit der Konversation: Englisch wird zur gemeinsamen Ebene der Verständigung und dort, wo Vokabeln aufhören, machen Hände und Füße weiter. Während Teller mit Tomatensauceresten in die Spülmaschine wandern und man sich an Salatschüsseln, die gerade frisch gespült aus der Maschine kommen, fast die Hände verbrennt, werden Gespräche über Lokalzeitungen, Schulabschlüsse und Musikrichtungen geführt, die letztendlich bei der Teenieband Tokio Hotel enden – und da sind sich beide Nationalitäten einig: Diese Jungs gehören unter Verschluss!
Fachkundiges Personal
Zwischendurch muss die Konversation immer wieder unterbrochen werden, da die deutsche Teilnehmerin das fachkundige Küchenpersonal beziehungsweise den Zivildienstleistenden aufsuchen und um Hilfe bitten muss: Wohin kommen die Saucenlöffel, Kompottschälchen und Teller? Geduldig werden alle Fragen beantwortet und die Dienst habende Köchdin sagt, dass sie gerne besser Englisch könnte, um sich mit den Gästen unterhalten zu können. Ob öfter ausländische Gäste im Haus sind? „Ja“, kommt die prompte Antwort. Vor kurzem erst seien Jugendliche aus Litauen, Polen und Russland da gewesen; Südamerikaner und Asiaten beherbergt das Christian-Schreiber-Haus auch jedes Jahr.
Freundschaften in der Spülküche
Wahrscheinlich wurden in dieser Spülküche, in der es furchtbar heiß wird wenn die Spülmaschine ununterbrochen läuft, schon viele internationale Freundschaften geschlossen. Später stellt sich heraus, dass die Spülteams absichtlich deutsch-polnisch aufgestellt wurden. Und damit ist das, was anfangs von vielen als unbeliebte und eklige Tätigkeit empfunden wurde, plötzlich pädagogisch wertvoll.
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- Stichwort Auslandsaufenthalt
- Stichwort Erlebnis / Abenteuer
- Stichwort Ferien / Jugendreisen
- Stichwort Interkulturelle Begegnungen
- Stichwort Jugendaustausch
- Jugendnetz International
- Fragen zum Reisen? Stellt sie im Weltweit-Forum
- Alle Artikel zum extra dialog findest du hier
im weiteren WWW:
- Das Auswärtige Amt über Polen
- Die Polnische Botschaft in Deutschland
- Das Ludwig Wolker Haus Berlin hat die Veranstaltung auf deutscher Seite organisiert
- Das Deutsch-Polnische Jugendwerk


