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extra behinderung: Soziale Projekte in der Ausbildung

extra behinderung: Soziale Projekte in der Ausbildung

Die Stuttarter Straßenbahnen AG (SSB) ist für manche ein Verband der kriechenden Züge, für andere der gelbe Engel, der rund um Stuttgart in Bussen und Bahnen mobil macht. Seit 2002 wurden soziale Projekte in die Ausbildung des SSB-Nachwuchses integriert. Caroline Haro berichtet über das Engagement der SSB-Auzubis, die zum Beispiel in Behindertenwerkstätten mitarbeiten.

 
 

Durch die Vermitlung der Agentur „mehrwert“ haben Auszubildende die Möglichkeit, zehn Tage in Kindergärten, bei der Straßenzeitung "Trott-war" oder in Behindertenwerkstätten mitzuarbeiten. Zehn Tage sollen ihnen einen "Anstoß" geben, wie Heinrich Werner-Bizer, zuständig für die Personalentwicklung, betont. Er gibt weiter an, dass die Arbeit in diesen Einrichtungen unter den Azubis sehr beliebt sei. Werkstätten der Lebenshilfe, der Diakonie Stetten und die Karl-Schubert-Werkstätten in Bonlanden sind drei der kooperierenden Institutionen. Johannes Demling, Azubi bei der SSB, hat solch ein Praktikum in den Karl-Schubert-Werkstätten absolviert.

Persönliche Erfahrungen

Wann das Eis gebrochen war? "Es hat ungefähr einen Tag gedauert und danach war ich der Zivi für sie. Das kommt daher, dass sie gewöhnt sind, dass die Mitarbeiter meist Zivildienstleistende sind", berichtet Johannes. In den zehn Tagen hat er erfahren, wie zufrieden die Behinderten mit dem einfachen Tagesablauf sind. Bereiche wie Singen, Morgenkreis, Arbeit und Therapie sind dort Alltag und waren für Johannes ungewöhnlich monoton. Und doch sei es umso spannender, das ganze als Laie mitzuerleben, so Johannes rückblickend. „Die Zeit des Praktikums war sehr aufschlussreich und schön. Auf Beziehungen zu anderen Menschen habe ich jetzt einen anderen Blickwinkel gewonnen.“ Die Entscheidung, ob er zukünftig Zivi in einer Behinderteneinrichtung wird, hat sich danach für ihn ergeben. Die Betreuung von körperlich und teilweise geistig eingeschränkten Menschen ist kein Zuckerschlecken. Das hat er dort verstanden und sich deshalb gegen den Zivildienst in diesem Bereich entschieden. So war das Praktikum in zweierlei Hinsicht eine wertvolle und richtungsweisende Erfahrung für Johannes.

Und danach...

Auch nach dem Praktikum können sich die jungen Erwachsenen in den Institutionen engagieren. Dazu bekommen sie für eine bestimmte Zeit lang frei und können weiterhin außerbetriebliche Luft schnuppern. "Die behinderten Menschen freuen sich, wenn man sich für sie interessiert und Zeit für sie hat", hat Johannes Demling während seiner Zeit in der Behinderteneinrichtung erfahren. Die SSB möchte ihren Auszubildenden somit nicht nur Mobilitätssteigerung für die allmorgentlichen Arbeitsgänger vermitteln, sondern ihnen auch Erfahrungen mit Mobilitätseingeschränkten mit in den Berufsstart geben. "Zu erleben, wie mobil Stärkere und Schwächere miteinander arbeiten, kann ihre Persönlichkeit weiterentwickeln", betont Heinrich Werner-Bizer.

Weiterführende Links

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