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Fallen beim Vorstellungsgespräch
Wie engagiert sind Sie? Wie viel Eigeninitiative zeigen Sie? Wie ernst nehmen Sie die ganze Sache? Wo möchten Sie wirklich hin? Das sind Fragen, die du im Vorstellungsgespräch so nicht hören wirst, die du aber dem Personalchef am Ende des Gesprächs trotzdem beantwortet hast. Dein Gegenüber möchte hinter deine Fassade schauen und wissen, wer du wirklich bist. Dazu lockt er dich geschickt in Fallen, in denen er aus deiner Reaktion heraus vieles ablesen kann.
Listige Sonne
Es kann zum Beispiel vorkommen, dass dir während deinem Bewerbungsgespräch die Sonne direkt in die Augen scheint. Du musst die Augen zukneifen, versuchst der Sonne durch unruhiges Hin und- Her-Gerutsche aus dem Weg zu gehen und kannst dich so nicht mehr voll und ganz auf die Fragen beziehungsweise Antworten, die immerhin über deine Zukunft entscheiden können, konzentrieren. Das ist nicht etwa eine dummer Zufall, sondern von dem Personalchef geschickt eingefädelt!
Sie können so erfahren, ob du Eigeninitiative zeigst und dein Gegenüber bittest die Rollläden etwas herunter zu lassen oder ob du dich von der Sonne weiter blenden lässt und somit riskierst, dass du dem Personalchef nicht in die Augen schauen kannst.
Stressfragen
Auch kannst du ganz leicht bei scheinbar harmlosen Fragen in eine auskalkulierte Falle tappen. 80 Prozent aller Bewerbungsgespräche beginnen mit der Aufforderung: „Erzählen Sie mal was über sich!“ Auf den ersten Blick eine unschuldige, oberflächliche Frage. Doch aufgepasst! Es ist entscheidend, was und vor allem wie du antwortest. Du darfst dich auf gar keinen Fall in Widersprüche verwickeln. Denn genau dann hakt der Arbeitgeber nach und bringt dich in Verlegenheit, du verlierst komplett die Fassung und hast schon verloren. Ein cleverer Bewerber nutzt die Gelegenheit, dem Gesprächspartner ganz souverän und gefasst zu zeigen, dass er weiß, welchen Beruf er erlernen möchte und welche Fähigkeiten er dafür mit sich bringt.
Häufig wirst du mit Stressfragen wie „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“ und „Was haben Sie, was andere nicht haben?“ konfrontiert. Dabei geht es nicht in erster Linie um den Inhalt der Antwort, sondern um die Art und Weise, wie du antwortest. Hinter solchen Fragen verbirgt sich eine Art Persönlichkeitstest: Es wird gezielt Druck auf dich ausgeübt und geprüft, ob du dich einschüchtern lässt oder ob du mit einer taffen Antwort punktest.
Ein Richtig oder Falsch, im Sinne von, was ist 2+2, gibt es dabei nicht. Allerdings gibt es überzeugende und weniger überzeugende Antworten, weshalb Selbstreflexion und gründliche Vorbereitung immens wichtig sind.
Wichtig: richtige Selbsteinschätzung
Dazu gehört auch eine gute Selbsteinschätzung, was die persönlichen Schwächen und Stärken anbelangen, denn danach wird immer gefragt. Wer dann allgemeine und pauschale Dinge lieblos aufzählt, kann nicht überzeugen. Man sollte seine Stärken an Beispielen aus dem Alltag verdeutlichen und versuchen seine Schwächen immer positiv zu verpacken. Ganz fatal ist es, keine Schwächen zu nennen und zu behaupten, man besäße nur positive Eigenschaften. Dies zeugt nicht nur von fehlender Selbsteinschätzung, sondern auch von Überheblichkeit.
Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs wird dir meist die Gelegenheit geboten, selbst Fragen zu stellen. Dieses Angebot sollte man auf keinen Fall abschlagen und die Chance nutzen Interesse an dem Unternehmen zu zeigen. Vorstellungsgespräche sind längst kein Frage- und Antwortspiel mehr. Nein, es sind Gespräche ohne Zufälle, bei denen jede Gestik, jedes Wort und jede Reaktion von dir geprüft werden. Doch wer gut vorbereitet ist, kann auch bei den kniffligsten Fragen punkten.
Dieser Artikel stammt aus der Financial T('a)ime, die mit Landespreisen und SPIEGEL-Bundespreis ausgezeichnete Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim, 2. Internet-Ausgabe.
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