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extra leben: Ausgeliefert

extra leben: Ausgeliefert

In der Oberstufe ist es das Small-Talk-Thema Nummer eins, unsere Eltern drängen uns immer wieder uns damit auseinander zu setzen, die Lehrer weisen uns fast täglich aufs Neue darauf hin und unsere Verwandten und Bekannten stellen immer wieder dieselbe Frage: Was kommt nach dem Abschluss?

 
 

Nicht selten gerät da der ein oder andere ins Stocken. Ratlose Blicke, Schulterzucken oder ein entschlossenes „Keine Ahnung!“ sind keine Seltenheit unter uns Schülern. Eine Generation voller fauler Jugendlicher, die anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren eine „Null-Bock“-Haltung aufweist und es bevorzugt sich ins Koma zu saufen, Computerspiele zu spielen und zu randalieren anstatt sich mit alles entscheidenden Zukunftsfragen auseinander zu setzen? Eine Generation, deren einzige Antwort auf die Frage „Was danach?“ viel Geld verdienen ist?

Null-Bock-Generation?

Vielleicht treffen diese Eigenschaften teilweise auf uns zu, aber je mehr unsere schlechten Eigenschaften ins Licht gerückt werden, umso weniger wird unsere Situation in Betracht gezogen. Ein Berg von Möglichkeiten, der in seinen Ausmaßen den Mount-Everest bei weitem übertrifft, baut sich vor uns auf, wenn wir uns dieser bedeutungsvollen Frage widmen. Und dann heißt es zu suchen und vor allem zu finden nach dem, was uns Spaß macht, zu uns passt, das uns glücklich macht und womit wir womöglich den Rest unseres Lebens verbringen werden – eine Suche, die dem Vergleich mit einer Nadel im Heuhaufen kaum noch gerecht werden kann.

Masse an Möglichkeiten

Die Masse an Möglichkeiten macht es nicht einfacher, sondern verunsichert sie viel mehr und strengt an. Ist es da ein Wunder, dass wir dann oft nach dem greifen, was uns am plausibelsten erscheint? Wer gut in Bio ist, studiert Lehramt auf Biologie, wer sportlich ist, wird Sportarzt, wer sprachlich begabt ist, wird Deutsch-, Englisch- oder Französischlehrer, wer Geld verdienen will, wählt BWL. Standarisierte Tests machen oft keinen Unterschied.

Nicht nur das Angebot überfordert uns, auch der wachsende Druck und die hohen Anforderungen  wirken einschüchternd. Der Begriff „Elite“ erlebt seine Renaissance und stellt die „Normalos“ in den Schatten. Haben wir überhaupt eine Chance? Hat es einen Sinn sich überhaupt zu bewerben? „Mit meinen Qualifikationen will mich doch eh keiner!“, sind Gedanken, die in unseren Schülerköpfen umherkreisen. Wir besuchen keine Eliteschule, können uns keine Privat-Uni leisten und unsere Eltern haben auch keine einflussreichen Kontakte in der Wirtschaft. Wir sind keine Überflieger, haben keine Klassen übersprungen, zählen nicht zu den Besten des Landes. Wer will uns? Was schaffen wir? Was nicht?

Nicht unterbuttern lassen

Überforderung, Verunsicherung, mangelnde Unterstützung – alles Faktoren, die die Entscheidungsfindung erschweren und manchmal sogar in Gleichgültigkeit resultieren. Mit diesem Artikel erhoffe ich, Verständnis für meine Generation zu  erwecken und gleichzeitig an meine Mitschülerinnen und –schüler zu appellieren sich nicht unterbuttern zu lassen. Harte Arbeit wird belohnt!

Dieser Artikel stammt aus der Financial T('a)ime, die mit Landespreisen und SPIEGEL-Bundespreis ausgezeichnete Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim, 2. Internet-Ausgabe.

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

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