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extra engagement: Tischtennistrainer als Jugendbegleiter

extra engagement: Tischtennistrainer als Jugendbegleiter

Dominik Hini spielt seit neun Jahren beim DJK Sportbund Stuttgart Tischtennis. Seit zwei Jahren ist der 21-Jährige Jugendleiter und engagiert sich nun neben seinem Lehramtsstudium auch als Jugendbegleiter an Stuttgarter Schulen. "Es ist unglaublich, was für eine Energie Kinder an den Tag legen, wenn man ihnen die entsprechenden Angebote macht", freut sich Dominik über den Leistungswillen der Schüler. Im Interview erzählt er, warum er Jugendbegleiter geworden ist und warum er diese Aufgabe so schätzt.

 
 

Warum bist du Jugendbegleiter geworden?  

Nach dem Ende meines Zivildienstes bot sich mir die Möglichkeit, für meinen Verein ehrenamtlich die Nachmittagsbetreuung an Schulen im Stuttgarter Osten zu übernehmen. Im zweiten Schulhalbjahr 05/06 wollten wir als Tischtennisverein austesten, wie unser Angebot einer Sportbetreuung mit dem Schwerpunkt Tischtennis in Form von AGs oder in Kombination mit Hausaufgabenbetreung bei Grund- und jungen Haupt- und Realschulschülerinnen und -schülern ankommt. Eine solche Aufgabe als Jugendbegleiter stellte für mich eine neue Herausforderung dar. Der Zeitpunkt war perfekt, ich war selbst gespannt, was auf mich zukommt, und somit stand meiner Entscheidung nichts mehr im Wege.   

Wie sieht dein Angebot genau aus?  

Als Vertreter meines Sportvereins mache ich die Betreuungsangebote an mittlerweile zehn verschiedenen Schulen in Stuttgart nicht nur aus Spaß. Es entstehen durch solche Kooperationen nicht nur die offensichtlichen Vorteile für die Schulen, die ihren Schülern ein breit gefächertes Nachmittagsangebot anbieten können. Auch die Sportvereine profitieren von der Zusammenarbeit: Die Anzahl an potenziellen neuen Mitgliedern ist immens, denn bei einer so großen Menge an Kindern wird auch automatisch das eine oder andere Talent gesichtet. Deshalb konzentrieren wir unser Angebot eher auf jüngere Schülerinnen und Schüler bis etwa 14 Jahren.
Von normalem Vereinstraining unterscheidet sich das Schulangebot enorm: Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund, da sich die Kinder nach den Hausaufgaben oder dem Unterricht erholen sollen. Bei vielen Kindern ist die Konzentrationsfähigkeit am späten Nachmittag nicht mehr so groß, da muss man den Trainingsbegriff entsprechend auslegen. Ich finde aber, dass Wettbewerbe wie „Jugend trainiert für Olympia“ oder auch Turniere innerhalb der Schule dazu beitragen, dass die Kinder motiviert und sehr ehrgeizig an die Sache rangehen.

Hattest du vor deinem Einsatz in der Schule bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?   

Ich war als Jugendleiter innerhalb meines Vereins tätig, das heißt als Ansprechpartner, Coach, Fahrer oder Übungsleiter für die Kinder, die Mitglieder in unserem Verein sind. Mit Kindern, die bisher nur Erfahrungen an der Steinplatte im Schulhof gesammelt hatten, hatte ich bisher nur in einwöchigen Tischtennisferiencamps in den Pfingst- und Sommerferien zu tun. Aber das kann man nicht mit dem Einsatz an Schulen vergleichen.      

Was macht dir am Angebot am meisten Spaß?

Zu sehen, welchen Spaß die Kinder am Sport haben. Unglaublich, was die für eine Energie an den Tag legen, wenn man ihnen entsprechende Angebote macht.

Was ärgert dich?

Es ist eigentlich traurig zu sehen, dass es bisher keine solchen Angebote für Schülerinnen und Schüler gab. Ich frage mich echt, was die Kinder, deren Eltern beruflich mittags beschäftigt sind, bisher gemacht haben. Man sieht jetzt, wie dringend nötig ein solches Angebot ist. Auffällig ist, wie unterschiedlich das Engagement der Schulleitungen ist, wenn ihnen von externen Jugendbegleitern Angebote für Nachmittagsbetreuung gemacht werden.
Wenn ein solches Programm auf Dauer erfolgreich sein will, darf eine Schule nicht die volle Verantwortung auf die Jugendbegleiter übertragen, sondern muss in ständigem Kontakt mit ihnen stehen. Ein weiteres Problem sind die strukturellen Voraussetzungen an den Schulen: Gerade dort, wo auch die soziale Struktur der Schüler schwierig ist, findet man bedauerlicherweise auch die schlechtesten Turnhallen.

Was hast du persönlich von deinem ehrenamtlichen Engagement?

Actiongeladene Nachmittage - und auch einen beruflichen Wegweiser.     

Vielen Dank für das Gespräch!     

 

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