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Jobwelt

 

Traumberuf: Ergotherapeutin

Traumberuf: Ergotherapeutin

Anna ist 25 Jahre alt und hat eine Ausbildung als Ergotherapeutin absolviert. Seit kurzem arbeitet sie in ihrem Beruf und berichtet begeistert: „Ergotherapie ist einfach ein Beruf, der Spaß macht und immer interessant bleibt, weil es immer etwas Neues zu lernen gibt.“

 
 

Traumberuf oder Notlösung?

Ich wollte nach der Schule auf jeden Fall einen therapeutischen Beruf ergreifen, da mich die Arbeit mit Menschen fasziniert. Allerdings wusste ich erst nicht, in welche Richtung ich gehen will. Meine Entscheidung fiel dann auf die Ergotherapie, da diese sehr vielseitig ist, also sowohl rein körperlich funktionelle Aspekte, aber auch neurologische und psychologische Inhalte hat. Dadurch ist man nach der Ausbildung nicht festgelegt und kann sich auf den Bereich spezialisieren, der einem am meisten liegt.

Wie sieht dein Tag als Ergotherapeutin aus?

Ich arbeite in einer Praxis und behandle dort hauptsächlich Kinder (zwischen 2 1/2 und 13 Jahren). Es gibt keine festen Arbeitszeiten wie z.B. in einer Klinik, sondern ich mache mit den Patienten bzw. den Müttern der Kinder die Termine aus. Dadurch ändern sich meine Arbeitszeiten oft, je nachdem wie viele Patienten gerade da sind. Jedes Kind ist eine 3/4 Stunde zur Therapie da. Die Therapie an sich ist sehr spielerisch, da Kinder durch das Spielen lernen. Meine Aufgabe ist es, das Spiel so zu gestalten, dass das Kind die Erfahrungen machen kann, die es für seine Entwicklung braucht.

Die größte Überraschung?

Ich hatte mich vor der Ausbildung bereits gut über den Beruf als Ergotherapeutin informiert und dadurch schon einige Vorstellungen erhalten. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass mich diese Ausbildung so stark verändern würde. Ich habe sehr viel über mich und meine Person gelernt, da wir in der Ausbildung viel Psychologie und einige Behandlungsverfahren (vor allem für den psychiatrischen Bereich) in Form von Selbsterfahrung vermittelt bekamen. Ich finde, dass man das wissen sollte, bevor man einen therapeutischen Beruf erlernt, da es nicht jedermanns Sache ist. Für mich war es aber sehr positiv.

Deine Lieblingsaufgabe?

Der Umgang mit den Patienten. Gerade mit den Kindern gibt es oft sehr lustige Situationen, während man mit ihnen zusammen ist und spielt.

Welche Kröten musst du schlucken?

Die Arbeit kann sehr anstrengend sein und man ist abends oft erschöpft. Allerdings ist das eine andere Art von Erschöpfung - keine, die man vom langen Bedienen im Café kennt. Darüber hinaus kommt noch die viele Arbeit, die für das Schreiben von Arztberichten und Therapieplanung drauf geht, dazu. Ein weiterer Nachteil ist, dass es sehr wenig staatliche Schulen gibt und die Ausbildung durch das Schulgeld sehr kostspielig ist. Nach der Ausbildung muss man sich natürlich fortbilden, was wiederum viel Geld kostet.

Ohne was geht es nicht?

Idealismus ist ganz wichtig! Man muss Spaß am Umgang mit Menschen haben und immer wieder neu auf die Patienten eingehen können.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Bei der Bewerbung für die Schule hatte ich viel Glück, das ging total schnell. Für meine Arbeitsstelle habe ich mehr Bewerbungen geschrieben und bei vielen Praxen und Kliniken angerufen. Ich denke, dass es wichtig ist, selbst aktiv zu werden und nicht nur über das Arbeitsamt zu suchen, da einige Stellen unter der Hand vergeben werden.

Dein Bewerbungstipp?

Den persönlichen Kontakt zu den Praxen suchen und mit den Leuten sprechen. Es kommt stark darauf an, ob eine persönliche Basis vorhanden ist, da man sehr häufig im Team arbeitet. Außerdem ist es wichtig zu zeigen, dass man interessiert ist, also z.B. Praktika machen und Erfahrungen sammeln.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Von Ergotherapie kann man leben, aber reich wird man mit diesem Beruf nicht. Es gibt die Möglichkeit sich selbständig zu machen oder in einer Klinik in einer leitenden Position zu arbeiten und damit seine Verdienstmöglichkeiten zu steigern. Steinreich ist man dann aber immer noch nicht. Ergotherapie ist einfach ein Beruf, der Spaß macht und immer interessant bleibt, weil es immer etwas Neues zu lernen gibt.

Und nach der Ausbildung?

Ich denke, dass man auf jeden Fall einen Job als Ergotherapeutin oder Ergotherapeut nach der Ausbildung finden kann. Vielleicht nicht gerade in direkter Nachbarschaft oder nicht gleich in dem Bereich, der einem am meisten interessiert, aber Möglichkeiten gibt es denke ich immer, gerade weil die Einsatzmöglichkeiten von Ergotherapie so vielfältig sind und man dadurch in den unterschiedlichsten Einrichtungen arbeiten kann. Im Moment arbeite ich noch hauptsächlich mit Kindern im körperlich, funktionellem Bereich. Danach möchte ich aber noch mehr im psychologischen, neurologischen Bereich Erfahrungen sammeln. Daran, eine eigene Praxis zu eröffnen, denke ich noch überhaupt nicht. Wenn überhaupt, mit jemandem zusammen...

Steckbrief

Ausbildungsort: Berufsfachschule und Fachhochschule
Dauer: 3  Jahre
Abschluss: Ergotherapeut/in
Perspektiven: Leitender/e Ergotherapeut/in, eigene Praxis
Weiterbildungen in verschiedenen therapeutischen und medizinischen Bereichen
Besonderes: Verständnis für physiologische und psychologische Funktionen, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen Flexibilität, (körperliche) Belastbarkeit; auf privaten Schulen fällt Schulgeld an

Weiterführende Links:

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