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Buchtipp: "Auf der Sonnenseite" von Klaus Kordon

Buchtipp: "Auf der Sonnenseite" von Klaus Kordon

Das Krokodil im Nacken lässt langsam von Manfred Lenz ab. Er ist auf der Sonnenseite – im Westen – angekommen. Hinter ihm  liegt eine misslungene Flucht aus der DDR und Stasi-Haft. Doch auch in der Bundesrepublik ist der Schatten nicht abzuschütteln. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Klaus Kordon schreibt seine mit „Krokodil im Nacken“ begonnene Lebensgeschichte in „Auf der Sonnenseite“ fort.

 
 

Bewegte Jahre liegen hinter Manfred Lenz und seiner Familie. Eine misslungene Flucht aus der DDR, Stasi-Haft für ihn und seine Frau Hannah und Aufenthalt im Kinderheim für ihre beiden Kinder Silke und Michael. Dann die Überführung in die Bundesrepublik und das Warten auf die Ausreisegenehmigung für die Kinder. Als sie endlich von einem Tag auf dem nächsten gegeben wurde, muss Lenz natürlich auf Dienstreise sein. Doch kurz darauf sind sie endlich alle vereint.

Kein goldener Neustart

Der Neuanfang im Wirtschaftswunderland ist längst nicht so golden wie verheißen. Manfred Lenz und seine Frau haben es schwer Arbeit und Freunde zu finden. Von all diesen Sorgen handelt der Roman „Auf der Sonnenseite“. Und von Lenz' Reisen als Exportkaufmann, seinem Beginn als Schriftsteller, seinem Blick auf die deutsch-deutsche Geschichte mit der 68-Revolution, dem deutschen Herbst, dem Niedergang der DDR und der Wiedervereinigung.

Einer der besten Geschichtenerzähler

Klaus Kordon ist einer der besten Geschichtenerzähler der Gegenwart. Seine Romane sind immer bewegend. Auch „Auf der Sonnenseite“ ist sehr gelungen. Nur am Anfang, wenn der Neubeginn im Westen geschildert wird, sitzt das Krokodil noch zu sehr im Nacken, denn es fällt einem schwer, völlig in Manfred Lenz Leben einzusteigen. Umso besser allerdings ist der zweite Teil. Voll und ganz nimmt der Leser an Manfred Lenz' Schriftstellerreisen Anteil, denkt mit ihm über die historischen Ereignisse nach und spürt förmlich jede Angst und Freude. Daher ist der autobiografische Roman „Auf der Sonnenseite“ auf jeden Fall zu empfehlen.

Der Autor Klaus Kordon

Klaus Kordon wurde 1943 in Berlin geboren.
Der Vater blieb im Krieg, die Mutter starb 1956. Er wuchs im Kinderheim, später im Jugendheim auf, bevor er Volkswirtschaft studierte. Nach einem Jahr politischer Haft in der DDR zog er in die BRD. Heute lebt er in Berlin.
 Als Kaufmann unternahm er viele Reisen ins Ausland, unter anderem nach Asien, besonders Indien, Nordafrika, Australien und Südamerika. Seit 1980 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Seine zahlreichen Veröffentlichungen (Erzählungen, Lyrik, Kinder- und Jugendbücher) wurden in viele Sprachen übersetzt und mit namhaften nationalen und internationalen Preisen bedacht. Der autobiographische Roman "Krokodil im Nacken" wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Bücherpreis nominiert. Für sein Gesamtwerk erhielt Klaus Kordon den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg.

Klaus Kordon
Auf der Sonnenseite
Beltz & Gelberg
304 Seiten
Ab 14 Jahren
ISBN 978-3-407-81059-5
16,95 Euro

 

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

  • Der Beltz Verlag
  • Mehr Informationen zu dem Autor Klaus Kordon auf seiner Website
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