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Buchtipp: "Weiße Geister" von Alice Greenway

Buchtipp: "Weiße Geister" von Alice Greenway

Wie sah das Leben in Hongkong 1967 aus? In einem Land unweit des Kriegsgebietes Vietnam? In einem Land, indem sich die Kulturrevolution formiert? Wie wachsen in dem Land zwei Mädchen auf? Fragen, die man sich stellt, wenn man den Debütroman „Weiße Geister“ von Alice Greenway in die Hand nimmt.

 
 

 

"Noch bevor LeserInnen sich in der Struktur der Geschichte einfinden, werden sie schon mitgerissen in einen berauschenden Sog von sinnlichen Eindrücken." 
Buchkultur, April/Mai 2009

Die zwei Schwestern Frankie und Kate lassen die Welt, die sie umgibt, völlig aus dem Blick. Sie haben ihre eigene, genießen ihre Kindheit in ganzen Zügen. Dazu gehört es im nahen Dschungel die Hänge hochzuklettern, im Hafenbecken zu schwimmen, mit dem blinden Jungen zu spielen, den Geschichten der chinesischen Haushälterin zu zuhören. Die Schwestern sind Geheimnis-Schwestern. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn.

“Trotz der Grausamkeit geradezu betörend schön erzählt, als würde ein Objektiv sich wie in Zeitlupe öffnen und Bilder über die Linse huschen lassen."
Das Magazin, Mai 2009

Doch ihre Beziehung bricht: Eines Tages sehen sie im Hafenbecken eine Leiche, eine tote Frau mit ganz leerem Gesichtsausdruck. Ein Flüchtende, die versuchte, Maos Volksbefreiungsarmee zu entkommen. Frankie und Kate haben gesehen, was ihr Vater täglich in Vietnam sieht: Er ist Kriegsreporter, fotografiert die Schrecken des Krieges und nur die furchtbarsten Bilder von den schrecklichsten Kriegsschauplätzen sind die gefragtesten. Bilder, die nicht nur um die Welt gehen, sondern auch im Kopf des Vaters bleiben und sein Leben verändern.

"So eindrucksvoll ist das Ende einer Kindheit lange nicht mehr beschrieben worden."
Ulrich Baron, SPIEGEL ONLINE, 4.März 2009

Die Leiche der chinesischen Frau schneidet das Band der Beziehung zwischen Frankie und Kate entzwei. Frankie wird leichtsinnig, eifersüchtig, versucht sich alle Anerkennung zu erkämpfen. Kate hingegen ist loyal und geprägt durch ein weiteres einschneidendes Erlebnis, was sie noch mehr in ihre eigene Welt führt, in der sie still und zurückgezogen lebt. Und dann kommt der Tag, an dem die beiden für immer getrennt werden, der Tag an dem die Kindheit mit einem Knall zu Ende geht.

"Sinnlich und bewegend erzählt." COSMOPOLITAN, April 2009

Dieser Sommer, der hier geschildert ist, wird für Frankie „die einzige Zeit von Bedeutung” werden. „Es ist die Zeit, an die ich denken werde, wenn ich sterbe, so wie sich andere vielleicht einen verlorenen Liebhaber ins Gedächtnis rufen oder einer Liebe nachtrauern, die nie zustande kam. Für mich gibt es nur eine Geschichte. Es ist die meiner Schwester - Frankies Geschichte."
Und diese Geschichte, die Alice Greenway erzählt, ist nicht nur für Frankie bedeutsam, sondern auch für den Leser bewegend, mitnehmend, prägend. Selten gab es eine Geschichte, die so mitnahm, einen so packt und so eindringlich geschrieben ist. Es ist ein Roman, denn man nicht vergisst.

Die Autorin

Alice Greenway wurde 1964 in Washington D.C. geboren und wuchs in Hongkong, Bangkok, Washington, Jerusalem und Massachusetts auf. Sie studierte an der Yale University. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Edinburgh, Schottland. Weiße Geister ist ihr erster Roman; der zweite ist in Arbeit.



Alice Greenway
Weiße Geister
Roman
Aus dem Englischen übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
224 Seiten
Mare Buchverlag
ab 15 Jahren
ISBN 978-3-86648-101-5
19,90 Euro

 

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