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Buchtipp: Alina Bronsky - "Scherbenpark"

Buchtipp: Alina Bronsky - "Scherbenpark"

„Manchmal denke ich, ich bin die Einzige in unserem Viertel, die noch vernünftige Träume hat.“ Mit diesen Worten eröffnet die Protagonistin ihre Geschichte. „Das Buch überzeugt wenig durch seine Qualität, ist dafür aber stets nah am Geschehen“, findet Elisabeth Böker, die das Buch gelesen hat.

 
 

Sascha heißt die Protagonistin und ist siebzehn Jahre alt. Sie kommt aus Moskau lebt aber seit einigen Jahren in einem Hochhaus-Ghetto in Deutschland, das Solitär genannt wird. Hier herrschen eigene Gesetze. Kriminalität gehört zur Tagesordnung. Dass Wodka Tag und Nacht fließt, muss wohl kaum erwähnt werden.

 

Zwei Träume


Doch Sascha ist anders als die anderen: hochintelligent und ehrgeizig. Sie hat es auf das katholische Elite-Gymnasium geschafft und schlägt ihre Mitschüler um Längen. Doch ob ihre Träume so vernünftig sind, kann man anzweifeln. Sie sagt selber, dass sie sich für den einen schämen kann. Es ist ihr Wunsch, Vadim zu töten, den Mörder ihrer Mutter. Und sie möchte ein Buch schreiben, ein Buch über ihre Mutter.

 

Zerrüttelte Welt

 

Der Mord an ihrer Mutter, den der Ex-Freund aus Eifersucht begann, verändert das gesamte Leben der Familie. Eine Cousine des Mörders kommt aus Russland zur Familie, um sich um Sascha und ihre deutlich jüngeren Geschwister zu kümmern. Sascha betont zwar stets, dass sie diejenige ist, die die Familie führt, doch spürt man schnell, dass sie diejenige ist, die im tiefsten Inneren den meisten Beistand braucht.

 

Liebesbeziehung als Heilungshilfe

 

Daher beginnt sie auch eine komplizierte Dreiecksaffäre mit dem Zeitungsredakteur Volker Trebur und seinem Sohn. Der Redaktuer bat ihr jegliche Hilfe an, nachdem in seinem Blatt versehendlicht ein unredigierter Bericht über Vadim erschienen war. Der Heldin Sascha kam natürlich prompt der schlaue Einfall zur Redaktion zu fahren, um die Autorin des Artikels zur Rede zu Stellen. Sobald die drei so richtig zueinander gefunden haben, bricht die Beziehung wieder. Es ist der Heilungsprozess für Sascha, das Loslösen von aller Vergangenheit, der Beginn eines neuen Lebens. Wie das ausschaut? Erstmal schmerzlich. Und danach? Wie es weitergeht bleibt offen!

 

Debütroman einer Russin

 

Alina Bronsky, so nennt sich die Autorin dieses Debütromans. Sie selber ist die ersten Lebensjahre in Russland jenseits des Uralgebirges aufgewachsen und kam mit 11 Jahren nach Deutschland. Hier begann sie zunächst ein Medizinstudium, brach es jedoch ab und arbeitete als Werbetexterin und Redakteurin einer Tageszeitung. Alina Bronsky kennt die Verhältnisse über die sie schreibt, da sie selber kurz in einem solchen Viertel lebte. Dass spürt man auch beim Lesen, denn nah am Geschehen ist sie stets. Das ist sicherlich ein Grund, warum sie in der literarischen Szene als begeisterte Newcomerin aufgenommen wird.

 

Ein Scherbenpark

 

Nur stellt sich die Frage für was außer der Nähe zum Geschehen noch! Letztendlich überzeugt Scherbenpark wenig durch Qualität. Eine einfache, banale Sprache wird der Protagonistin in den Mund gelegt, die zu der ansonsten stets intelligent dargestellten jungen Frau nicht passt. Auch der Inhalt besteht aus vielen verschiedenen Themen, falsch zusammengesetzten Scherben, die kein homogenes Glanzstück bilden. Ein Scherbenpark eben.

Alina Bronsky
Scherbenpark
Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978 3 462 04030 2
288 Seiten, gebunden
16,95 €

 

 

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