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Buchtipp: "Märchenprinz" von Marian Keyes

Buchtipp: "Märchenprinz" von Marian Keyes

Eigentlich folgen Frauenromane immer einem bestimmten Muster. Anfang: Frau wird von Mann verlassen. Mitte: Frau versinkt im Elend, bis sie neuen Mann kennenlernt oder feststellt, dass sie schon immer lesbisch war. Ende: Noch ein bisschen Dramatik durch Missverständnisse, dann: HAPPY END!

 
 

Anfang

Lola Daly, eine Stilberaterin aus Dublin, erfährt aus den Medien, dass ihr prominenter Freund Paddy, ein irischer Abgeordneter, eine Andere heiratet. Sie ist am Boden zerstört, als ihr Ex-Freund sie anruft, die Berichte bestätigt und dann einfach auflegt. Kurz darauf wird sie noch von einer Journalistin gedrängt, über ihre Beziehung zu Paddy zu reden. Zuerst versucht Lola so weiterzumachen wie bisher. Doch als sie immer mehr Aufträge verpatzt und ihr auch ein finanzieller Ruin droht, schlägt ihr eine Freundin vor, sich doch eine Weile an die Westküste in eine Hütte ihres Onkels zurückzuziehen.

Mitte

Lola ist mehrmals kurz davor aufzugeben und nach Dublin zurückzukehren. Doch dann kommen ihr die neuen Kontakte, die sie im Dorf geknüpft hat, zu Hilfe. Sie bringen sie zum Arbeitsamt, damit sie ein bisschen Geld bekommt. Hier trifft sie auf einen Angestellten, der ihr ein ziemlich schräges Angebot macht: Arbeitslosengeld gegen Unterschlupf. Denn Noel ist ein Cross-Dresser. Ein Mann, der gerne Frauenkleider anzieht, aber nicht schwul ist. Nach und nach kommen immer mehr „Damen“ zu ihr, die ihre heimliche Leidenschaft ausleben wollen. Eines Tages steht dann auch noch ihr Nachbar wunderbar als Frau geschminkt vor ihrer Tür, mit dem sie eine Art Hassliebe pflegt.

Personen-Wechsel

Zwischendurch wechselt die Autorin immer wieder ihre Hauptpersonen. Sie wechselt zu Alicia, der Verlobten von Paddy, zu Grace, der Journalistin, die Lola bedrängt hat und zu Marnie, der Schwester von Grace. Alle kennen Paddy, waren mal mit ihm zusammen, sind mit ihm zusammen, oder wollten mal etwas von ihm. Und alle verbindet mehr, als sie eigentlich dachten.

Thematik

Marian Keyes schafft es in das allbekannte Muster eine ganz neue, spannende Handlung hinein zu flechten, die erst nach und nach zum Vorschein kommt. Dadurch bekommt das Buch eine gewisse Spannung.

Ende

Wenn man auf spannende Bücher mit möglichst viel Action steht, sollte man dieses Buch gar nicht erst in die Hand nehmen. Doch ansonsten kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Wenn man etwas Zeit hat - das Buch hat über 800 Seiten - und sich nicht nur für Geschichten interessiert, in denen die ganze Zeit nur rosa Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung herrscht. Aber etwas kann ich jetzt schon verraten: Das Ende ist fürchterlich.... schön!

Marian Keyes
Märchenprinz
Heyne
9,95 €
ISBN 978-3-453-40637-7

weiterführende Links:

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

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