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Buchtipp:"Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult

Buchtipp:"Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult

Katharina Steinmeyer schreibt darüber warum sie so gerne liest, bevor sie das sehr bewegendes Buch „Beim Leben meiner Schwester“ von Jodi Picolt vorstellt und rezensiert.

 
 

„Bücher sind die fliegenden Teppiche ins Reich der Phantasie“
(James Daniel)

Bücher sind out! Oder doch nicht?

Viele Jugendliche haben heute kein Interesse mehr an Büchern und deren Autoren. Sie schalten viel lieber den Fernseher an, denn erstens wird einem hier das Denken abgenommen und zweitens kann man, während man sich von ihm berieseln lässt, auch noch anderen Dingen nachgehen. Doch ist es nicht viel schöner sich selbst auszudenken, wie die Orte aussehen, an denen die Handlung ihren Lauf nimmt? Ist es nicht viel schöner den Figuren selbst ein Aussehen, eine Persönlichkeit zu verleihen und ist es nicht etwas Besonderes in die Gedanken in ihren Köpfen einzutauchen und so mit ihnen zu fühlen oder sich gegen sie zu stellen?

Sei dein eigener Regisseur,Stylist oder doch lieber Stuntman

All das ist nur beim Lesen von Büchern möglich, die, wie James Daniel es bereits richtig erkannte, „fliegende Teppiche ins Reich unserer Phantasie“ zu sein scheinen. Beim Lesen gibt es keine Grenzen. Man sitzt im Zug und ist plötzlich mit den Gedanken in China oder rettet gerade als Ritter eine hilfsbedürftige Prinzessin vor einem Drachen. Es ist vielleicht wirklich ein bisschen mit dem Fernsehen zu vergleichen, nur ist man sein eigener Regisseur, Maskenbildner, Stylist, Bühnenbildner, Stuntman usw...

Nicht jedes Buch gefällt einem, manche sind langweilig, andere scheint man nicht zu verstehen und wieder andere passen einfach nicht zu einem selbst. Doch es gibt so viele unzählige Arten von Büchern, von Geschichten, dass für jeden etwas dabei, wenn man nur nach dem richtigen Buch sucht.

Anna will ihr eigenes Leben leben

Ein sehr bewegendes Buch, ein Roman, der nicht nur eine Geschichte beinhaltet, sondern auch das Herz und die Seele berührt und bildet, ist Jodi Pcoults „Beim Leben meiner Schwester“. Die Handlung dreht sich um Anna Fitzgerald, die von ihren Eltern nur gezeugt wurde, um für ihre Schwester Kate, die bereits jahrelang an Krebs leidet, Organe zu spenden. Doch Anna möchte das nicht mehr. Sie scheint endlich einmal mehr sein zu wollen als nur Kates „Ersatzteillager“ und so beginnt sie sich zu weigern Kate Knochenmark zu spenden und trifft somit eine Entscheidung über das Leben ihrer Schwester. Die Eltern, besonders Annas Mutter, sind schockiert als Anna dann auch noch einen Anwalt einschaltet, der ihre Interessen vertreten soll und für die Aufhebung der elterlichen Vormundschaft in medizinischer Hinsicht kämpft. Die Autorin beschreibt Annas Kampf nicht nur aus deren Sicht, sondern der Leser lernt auch die Perspektive des Vaters, der Mutter, Kates und des Bruders kennen. All diese Ansichten, die der Leser gewinnt, lassen ihn dann zu dem Schluss kommen, dass Annas Vorhaben weder richtig noch falsch ist.

The End

Die Autorin, Jodi Picoult, schafft schließlich ein Ende, mit dem niemand gerechnet hat, das über das eigene Leben, über richtig oder falsch und den über den Zufall oder die Bestimmung nachdenken lässt. Man kennt die Charaktere zum Schluss so gut, als wären sie die eigene Familie und ist so voller Trauer, dass es unmöglich ist, die Tränen zu unterdrücken. Wer wissen will, wie Annas Kampf ausgeht, ob sie weiterhin für Kate spenden muss, oder ob diese wegen der fixen Idee ihrer Schwester sterben muss, der muss den Bestseller unbedingt lesen.

Ein Artikel aus "Financial t('a)ime", Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim.

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