gesichtet
extra freie zeit: Mattscheibentipps für Couch-Potatoes
Mit den besten Freundinnen oder am Mädelsabend...
...dürfen - je nach Stimmung - auch mal die Tränen fließen. Ansonsten wird viel und über alles geredet, gelacht, gelästert, getröstet. Dass bei all diesen Tätigkeiten noch Zeit für einen Film bleibt, ist einigermaßen verwunderlich, aber es gibt ja eine ganze Reihe Filme, die scheinbar wie gemacht sind, um sozusagen "nebenher" gesehen zu werden. Mädels sind schließlich multi-tasking-fähig.
Die Filme müssen vor allem eins sein: emotional. Wenn man erstmal die Twilight-Saga außer Acht lässt, findet man in jeder Videothek genug Material, um hunderte von Mädelsabenden zu füllen. Solche Filme lösen bei Außenstehenden Reaktionen aus wie "nicht schon wieder so eine Schnulze" oder "die gehen doch eh alle gleich aus". Ja, meine Herren, dieser Film ist schnulzig, und gerade deshalb ist er so toll. Man muss der Handlung nicht unbedingt folgen, um den Film zu verstehen. Und kann deshalb nebenher seine Fingernägel lackieren oder über den Klamottenstil der Freundin des Mathelehrers diskutieren. Filme wie "Der Teufel trägt Prada" oder "Beim Leben meiner Schwester" heben das Niveau ein bisschen, "Love Vegas", "Selbst ist die Braut", "Shopaholic", und "Nur mit Dir" bedienen jedes der Klischees.
Einkaufsliste: Schokolade, Eis, irgendetwas Gesundes (als Killer für das schlechte Gewissen im Hinblick auf die Figur) wie vegetarische Snacks, getrocknete Früchte oder – eine Neuentdeckung – Chips aus Obst, zum Beispiel Erdbeeren oder Mango. Was braucht man sonst noch? Das Lieblingskissen und viele Taschentücher.
Mit dem ersten Date...
...auf dem Sofa Platz zu nehmen, ist auch kein Problem. Kennt man diese Person noch nicht sonderlich gut, ist es zunächst sicher nicht leicht, "den Film" zu finden, der beide begeistert. In diesem Fall ist Reden deutlich goldener als betretenes Schweigen. Denn es finden sich sicherlich gemeinsame Interessen oder Lieblingsfilme. Kennt man sich besser, ist die Situation nicht ganz so verzwickt. Außerdem füllen Diskussionen über Filme meist ohne Probleme größere Zeiträume. Die Filme sollten beiden gefallen. Bevor man wieder notgedrungen zu den "Klassikern" greift, kann man nach Lieblingsfilmen fragen oder selbst einen vorstellen. Dabei erweitert man zusätzlich seinen Horizont – Auswahl gibt es schließlich genug.
Einkaufsliste: Schlagsahne oder Schokosoße? Naja, alles was Knoblauch oder Zwiebeln enthält, sollte auf jeden Fall von der Einkaufsliste gestrichen werden, es sei denn, man hegt gewisse Befürchtungen, dass Er oder Sie untot ist, spitze Zähne hat und nach Blut dürstet – Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Ansonsten ist Kreativität gefragt. Man könnte gemeinsam den Kühlschrank plündern, aber vielleicht kommt man ja auch gar nicht dazu, viel zu essen. Was braucht man sonst noch? Irgendwas Gemütliches wie eine Decke und ein bisschen Selbstbewusstsein. Wenn sich herausstellt, dass die Interessen in punkto Filme unterschiedlich sind, ist das kein Drama, es gibt bestimmt andere Gemeinsamkeiten, die man entdecken kann.
Mit den Eltern – oder im Kreise der Familie...
...ist die Atmosphäre am vertrautesten. Da die Familienmitglieder oft unterschiedliche Vorlieben haben, müssen häufig Kompromisse geschlossen werden. Sind jüngere Geschwister mit von der Partie, fällt das Programm anders aus als wenn alle zwölf und älter sind. Die Filme sollten allen gefallen, daher variiert die Auswahl stark, je nach Alter der Mitgucker. Sogenannte "Familienfilme" versuchen sowohl die Jungen als auch die Alten zu begeistern. Darunter fallen vor allem Animationsfilme wie "Findet Nemo", "Große Haie, kleine Fische" und "Ab durch die Hecke". Allerdings steigt mit dem Alter der Mitgucker auch die Ernsthaftigkeit der Filme an. "Die Geisha", "Das Leben der Anderen" oder "Night on Earth" sind Beispiele dafür. In der Familie wird aber auch Lustiges, Schnulziges, Spannendes oder Gruseliges gesehen. Eben alles, was man mal anschauen möchte, ohne gleich ein Statement abgeben zu müssen.
Einkaufsliste: In der Familie gilt, jeder auf seine Art, aber alle zusammen. Derjenige, der einkaufen geht, hat sozusagen die Zügel in der Hand. Er entscheidet, ob es vor dem Fernseher Chips, Eis oder Pizza gibt. In diesem Fall wäre es vielleicht sogar mal sinnvoll, sich freiwillig zum Einkaufen zu melden. Was braucht man noch? Starke Nerven und überzeugende Argumente, wenn es darum geht, den Rest der Familie von seiner Filmwahl zu überzeugen.
In einer stark gemischten Gruppe...
...passt häufig niemand zu niemandem. Die Vorlieben gehen stark auseinander, weshalb es schwer ist, sich auf ein Film-Genre zu einigen. In solchen Fällen greift man häufig zu Actionkomödien oder Animationsfilmen, die alle schon mal gesehen haben. Klassiker sind dabei Filme wie "Mr. und Mrs. Smith", "Men in Black", "Ice Age", "Shrek" oder eben alle Filme, in denen Til Schweiger mitspielt. Die Filme müssen eine große Gruppe ansprechen. Man kann Filme mit mehr Tiefgang wählen wie etwa "Die Wolke", "Zusammen ist man weniger allein", "Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht" oder die oben genannten Titel. Wichtig ist nur, dass alle damit einverstanden sind.
Einkaufsliste: Mikrowellen-Popcorn, Chips, Cola, Gummibärchen und so weiter. In diesem Fall einfach am Angebot des örtlichen Kinos orientieren, die haben damit schließlich auch Erfolg. Was braucht man noch? Viel Platz. Reicht das Sofa nicht, muss man eben auf ein Matratzenlager umsteigen.
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