Drucken

gesichtet

 

Filmtipp: Das Weiße Band

Filmtipp: Das Weiße Band

In dem kleinen Dorf in Eichwald das sich im Norden Deutschlands befindet, in dem jeder jeden kennt, ereignen sich grausame Dinge, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. "Vom Glauben geschürt, doch zur Gewalt verführt“, so könnte man die Situation, beschreiben.

 
 

In dem kleinem aber beschaulichem Dorf, herrscht hinter den Fassaden eine selbstsüchtige und grauenvolle Stimmung. Von außen ist nur Glaube, Disziplin und ein angemessenes Verhalten mit einer gewissen Strenge sichtbar. Auch die Sprache ist zuvorkommend und respektvoll jedem gegenüber. Der Kleidungsstil ist schlicht und einfach - immer lange Ärmel und bis oben hin zugeknöpft.

Die Menschen des Dorfes

Der Herr Baron, die Frau Baronin und ihr jüngerer Sohn, besitzen ein Gut, Arbeitsstätten, sowie Felder. Ihnen untersteht das Dorf. Der Herr Baron beschäftigt die meisten indem er sie verschiedene Arbeiten für sich und seine Familie verrichten lässt. Meist auf seinen Feldern, im Sägewerk oder auf dem Gut und im persönlichen Dienst. Auch der Doktor des Dorfes scheint gütig. Er ist immer nett und hilfsbereit zu allen Patienten. Der Doktor beschäftigt eine Haushälterin für seine 14 Jahre alte Tochter und seinen kleinen Sohn und für den Haushalt. Er lässt sie mit ihrem behinderten Sohn in einem Haus nebenan wohnen. Die kleine Gemeinde hat einen Pastor. Er kümmert sich um die Menschen im Dorf, die seine Hilfe bezüglich Glaubens benötigen und hält Religionsunterricht und Firmunterricht für die Kinder im Dorf. Allen versucht er ein Beispiel der Vollkommenheit zu sein, und anderen Glaube und Disziplin aufzuerlegen. Der Pastor selbst hat fünf Kinder verschiedenen Alters. Für die schulische Bildung und Führung ist der Herr Lehrer zuständig, er ist netter als andere, aber zugleich auch diszipliniert.

Der vermeintliche Reitunfall des Doktors

Es beginnt ein Tag wie jeder andere. Die Schüler und der Lehrer verlassen den Klassenraum und begeben sich auf den Heimweg. Am Nachmittag fährt der Herr Lehrer mit dem Fahrrad durch das Dorf und erfährt davon, dass der Doktor gerade einen Reitunfall hatte. Der Unfall passierte im Garten des Doktors, dort hatte jemand ein fast unsichtbares Drahtseil zwischen zwei Bäumen gespannt. Woraufhin das Pferd mit dem Doktor auf dem Rücken zu Boden stürzte. Der Herr Lehrer will nach dem Rechten sehen und machte sich auf den Weg dorthin. Am Unfallort trifft der Herr Lehrer die Dorfkinder an, die auf seine Ankunft eigenartig reagierten, unter ihnen sind auch der älteste Sohn und die älteste Tochter des Pastors.

Bestrafung

An diesem Tag komen auf Grund des Vorfalls, die Kinder des Pastors zu spät nach Hause. Die Mutter hatte sie bereits weinend überall im Dorf gesucht, nur leider ohne Erfolg. Der Herr Vater - so mussten die Kinder ihren Vater nennen, aus Respekt und Ehrfurcht - stellt beide einzeln zur Rede und spricht speziell seinen Sohn auf den Vorfall des Doktors an. Auf die Frage, ob er etwas darüber weiß, wer diesen Draht gespannt hat und somit Schuld am Sturz war, senkt der Sohn seinen Kopf und verliert sich in Verschwiegenheit.

Da der Herr Vater kein Zu-spät-Kommen und solch ein unartiges Verhalten duldet - wie andere Eltern zu dieser Zeit auch -, verordnet er seinem Sohn und seiner Tochter 10 Hiebe mit der Rute, welche er am nächsten Tag vor den Augen der ganzen Familie vollzieht. Essen gibt es an diesem Abend für die ganze Familie nicht. Denn zu dieser Zeit, in diesem Dorf galt: Schläge reinigen die Seele, stärken den Charakter und erinnern an das gebührliche Verhalten, sowie an den Glauben!

Zur Erinnerung

Als Zeichen der Erinnerung an den Glauben, Reinheit, Charakter und gebührliches Verhalten, wird jedem der dies missachtet hat - so auch den zwei Kindern des Pastors - ein Weißes Band ins Haar oder an den Arm gebunden, dass dies nicht mehr in Vergessenheit gerät.

Weitere Taten

Bis zur Verkündung, dass der Erste Weltkrieg ausbricht, passieren noch weitere und viel grauenvollere, gewaltsamere Taten, wie der mysteriöse Arbeitsunfall einer Frau im Sägewerk und eine abscheuliche Misshandlung eines Kindes. Unter anderem wird auch klar was hinter der Fassade des Doktors steckt, der seine Haushälterin wie widerwärtigen Abschaum behandelt und nur an seine Bedürfnisse denkt. Auch über den Dorfkindern schwebt ein dunkles Geheimnis.

Lob und Kritik

Wer alles ganz genau erfahren möchte, der sollte noch unbedingt die Gelegenheit ergreifen und selbst ins Kino gehen. Ich kann den Film nur empfehlen, da es ein gelungener Film ist, der die Situation und Stimmung zu dieser Zeit genau darstellt und vermittelt; wie hart, wie streng, wie gewaltsam es war, was für eine Hierarchie in den Familien herrschte und wie sie das Leben prägte. Aufgrund der passenden Darsteller, detaillierten Kleidung und Kulissen wurde der Film sehr real, prägnant und spannend. Doch trotz viel Lob gibt es auch bedauerlicherweise ein paar Mankos: einige Szenen und Handlungen, besonders die Nachtszenen, waren zu dunkel, sodass man nichts oder nicht viel von dieser Szene sehen und erkennen konnte. Auch war der Film teilweise langwierig und Figuren des Films, sowie mehrere Handlungen wirkten verwirrend und man konnte diese nicht so recht zuordnen. Nun noch zum letzten Kritikpunkt, für den Produzenten und Filmemacher nichts können: Ich finde, dass die Altersbeschränkung aufgrund der unschönen Handlungen, den abwertenden Dingen, die passieren und gesagt werden - welche vielleicht falsch gedeutet werden könnten - und vor allem der etwas schwer zu verstehenden Thematik, zu niedrig ist. Dennoch ein guter Film!

Herzlichen Dank für die freundliche Hilfe und Unterstützung des X-Verleih!

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weiteren WWW:

Diesen Monat verlassen wir die gewohnten Pfade und begeben uns auf Reisen. Wohin diese führen? Das weiß wahrscheinlich niemand so genau. Schließlich kann es einen überallhin verschlagen. Zum Urlaub in die Staaten oder im Rahmen eines Austauschprogramms nach Frankreich. Völlig egal, Hauptsache weg von daheim! 
Wer mit uns auf Entdeckungsreise gehen will, ist hier genau richtig, beim extra unterwegs.

extra unterwegs: Das kommt im Januar/Februar 2012

Diesen Monat verlassen wir die gewohnten Pfade und begeben uns auf Reisen. Wohin diese führen? Das weiß wahrscheinlich niemand so genau. Schließlich kann es einen überallhin verschlagen. Zum Urlaub in die Staaten oder im Rahmen eines Austauschprogramms nach Frankreich. Völlig egal, Hauptsache weg von daheim! Wer mit uns auf Entdeckungsreise gehen will, ist hier genau richtig, beim extra unterwegs. >>>