gesichtet
Buchtipp: "Ich erhebe meine Stimme" von Malalai Joya
Malalai Joya 29 Jahre alt ist. Bekannt wurde sie mit ihrer Rede in der Loja Dschirga, der Volksversammlung Afghanistans, am 17. Dezember 2005. In ihrer Rede, die man auch auf YouTube sehen kann, zweifelt Malalai Joya die Legitimität der Volksversammlung an. Sie fordert, dass die Kriegsverbrecher ihres Landes vor nationale und internationale Gerichte gestellt werden sollen. Die Volksversammlung selbst bezeichnet sie als „Haus der Warlords“.
Mit Worten kämpfen
Ihr Mandat konnte die Frau nicht die ganze Amtszeit über ausüben, denn sie wurde wegen Beleidigungen vorzeitig ausgeschlossen. Ihre Gegner versuchten sie mehrmals aus dem Weg zu Räumen. Vier Attentate überlebte Malalai Joya – trotz der Gefahr gibt sie nicht auf. Asyl kommt für sie nicht in Frage: „(…) ich könnte nie weggehen, solange das afghanische Volk in Armut und Gefahr leben muss. Ich bin nicht besser als diese Menschen, dass ich mich selbst in Sicherheit bringen muss und sie in dieser Hölle zurücklassen könnte.“
Malalai Joyas Lebensweg
In „Ich erhebe meine Stimme“ schildert die Afghanin ihren Weg in die Politik. Ihr Vater ist Arzt. Schon er kämpft gegen die sowjetischen Invasoren. Auf Grund der kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Heimatland wächst Malalai Joya in pakistanischen Flüchtlingslagern auf. Als sie älter wird, gibt sie dort Frauen Unterricht. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat lässt sie sich zur Sozialarbeiterin ausbilden und baut Organisationen zur Förderung und Weiterbildung von Frauen auf. Mit 25 beginnt ihre politische Karriere. Sie entscheidet sich für diesen Weg, um das Leiden der Menschen, insbesondere das der Frauen, zu beenden. Ihre Aufgabe sieht sie darin, „das wahre Wesen der Dschirga (der Volksversammlung) von innen heraus zu enthüllen.“
Geteilte Meinung
Mut hat Malalai Joya auf jeden Fall. Doch man fragt sich, ob sie stets die richtigen Entscheidungen getroffen hat. War es wert die anderen Abgeordneten zu beleidigen und so ihre Stimme im Parlament zu verlieren? Leider erklärt sie ihre eigenen politischen Ansichten zu wenig. Lediglich am Ende fordert sie einen Abzug der amerikanischen Besatzung. Nicht immer liest sich das Buch der jungen Afghanin einfach. Einerseits ist es sehr wissenschaftlich, wenn es um Politik geht, andererseits sehr wiederholend, wenn Privates erzählt wird. Dennoch ist es wichtig, dass es Frauen und Männer wie Malalai Joya gibt, die ihre Stimmen erheben.
Malalai Joya
Ich erhebe meine Stimme – Eine Frau kämpft gegen den Krieg in Afghanistan
Aus dem Englischen von Dagmar Mallett
Piper
ISBN 978 3 492 05277 1
19,95 €
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- Weitere Buchtipps
- Weitere Artikel von Elisabeth Böker
- Plattform Menschenrechte - Deine Rechte
- Stichwort Gewalt
- thema-Artikel zu Terrorbekämpfung
- thema-Artikel zum Islam
im weiteren WWW:


