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Wir sind nicht besser als Manager und Politiker!

Wir sind nicht besser als Manager und Politiker!

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen, die anderen Mauern. Was gebaut wird, hängt von den Mächtigen auf dieser Welt ab. Aber sind wir Otto Normalverbraucher nicht genauso im Entscheiden und Handeln? Ein Kommentar von Jan Zaiser.

 
 

Von ihren Sommerresidenzen auf Malle und Hawaii treffen die Mächtigen dieser Welt zwischen Kaviar und Champagner Entscheidungen, die die Welt verändern. Dass ihnen das nicht immer gelingt, beweist die aktuelle Wirtschaftskrise. Gierige Banker, die nur auf Provision aus sind, zerstören unsere geliebte Weltordnung. Politiker, die des Kompromisses wegen keine klaren Entscheidungen treffen können, schaffen es nicht, die Ordnung wiederherzustellen. Wo soll das nur hinführen? Dabei sind doch wir, die Otto Normalverbraucher, diejenigen, die für diese machtvollen Positionen qualifiziert sind. Denn wir handeln intelligent, wägen alle Vor- und Nachteile gegeneinander ab, benutzten unseren Verstand und treffen am Ende rational die richtigen Entscheidungen. Was für eine utopische Vorstellung; Wir handeln gewiss nicht rational!

Ein paar Beispiele: Wir schneiden uns mühselig Coupons aus Zeitungen aus, durch die wir zehn  Cent bei einem Eis sparen. Andererseits akzeptieren wir bei unserer Partyrechnung von 500 Euro locker einen Zuschlag von 50 Euro für Eis als Nachtisch. Wir gehen einmal die Woche zum Starbucks, obwohl wir uns über die Wucherpreise bewusst sind. Diese Liste könnte man endlos weiterführen: Viele Menschen sind noch immer mit ihrem Partner zusammen, obwohl sie seit Monaten unglücklich sind. Viele Menschen schieben seit Jahren Termine auf, obwohl sie längst wissen, dass das nur zu Stress führt. Viele Menschen rauchen, obwohl sie ganz genau wissen, wie tödlich es ist. Viele Menschen kaufen sich für den Preis einer Spülmaschine moderne Markenklamotten, weil sie "in" sein wollen. Viele Menschen besitzen Alleskönner-Handys, benutzen es dann aber nur um SMS zu verschicken. Viele Menschen beschweren sich über Manager und Politiker, obwohl sie keinen Deut besser sind.

Wie gut, dass viele Menschen keine Macht haben. Bevor wir uns also über die Großen dort oben aufregen, müssen wir zuallererst selbstkritisch reflektieren, ob wir welche von denen sind, die Windmühlen statt Mauern bauen.

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

im weitere www:

Der Franzose prahlt mit seinem berühmten „savoir vivre", die Italiener leben „la dolce vita" und in die spanische Kultur ist die allmittägliche Siesta fest integriert. Wir Deutschen gelten hingegen gemeinhin als hektische Spaßbremsen, die vom schönen Leben keine Ahnung haben. Sind wir wirklich so? Nein, sagen die thema-Autoren, und liefern uns Kostproben aus ihrem Leben. Genuss und schöne Momente - das ist extra lebensfreude.

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