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extra recherchefahrt straßburg: Schnitzeljagd mit Satelliten
Wir stehen in der Straßburger Innenstadt. Hinter uns der imposante Glasvorbau des Hauptbahnhofes, vor uns die breiten Einkaufsstraßen der Stadt. Wir fragen uns, wozu um alles in der Welt das kleine gelb-grüne Gerät gut sein soll, dass jede der vier Gruppen erhalten hat, in die wir aufgeteilt wurden. Daniel Meyer erklärt es uns. Er ist Event-Guide einer deutschen Freizeitagentur und hat mit uns eine Geocaching-Tour vor.
Das Ziel: ein geheimes Versteck
Geocaching ist nichts anderes als eine moderne Schatzsuche. Ein Schatzsucher geht dabei so vor: Im Internet erfährt er durch bestimmte Datenbanken die Geo-Koordinaten zu einem geheimen Versteck (dem sogenannten Cache). Die gibt der Sucher in sein GPS-Empfangsgerät ein und lässt sich damit zum Ort des Verstecks führen. Meist findet er hier eine wetterfeste Box vor, in der sich ein Logbuch und Kleinigkeiten befinden. Der Besuch wird im Logbuch festgehalten, eine Kleinigkeit durch eine selbst mitgebrachte ausgetauscht und der ganze Cache für den nächsten Suchenden wieder versteckt.
Natürlich ist es in der Praxis etwas komplizierter. Die Boxen können recht klein und ziemlich gut versteckt sein. Das zu durchquerende Gelände variiert je nach Schwierigkeitsgrad: Zwischen dem gut ausgebauten Fußgängerweg einer Großstadtstraße und dem matschig-morastigen Untergrund eines abgelegenen Waldgebietes ist alles möglich. Bisweilen muss sogar Bergsteiger-Ausrüstung oder ein Tauchanzug mitgebracht werden, wogegen manche Verstecke mit dem Fahrrad oder selbst mit dem Auto gut zu erreichen sind.
Rätsel und Knobeleien
Häufig enthalten die Caches auch die Koordinaten für den nächsten Anlaufpunkt, der meistens nicht in der Datenbank verzeichnet ist. Oft müssen dazu aber erst Rätsel oder Knobelaufgaben gelöst werden, deren Lösungen einzelne Teile der Koordinaten darstellen. Auch die meist von Neulingen wie uns genutzten Stadt-Schnitzeljagden basieren auf dem Prinzip, dass am Ort der Koordinaten die Lösung für ein Rätsel vorliegt, das wiederum die neuen Koordinaten angibt. Diese Geocaches werden von einzelnen Mitgliedern der Gruppe oder wie in unserem Fall von buchbaren Event-Agenturen vorbereitet. Wir verzichteten dabei auch auf die eigentlichen Caches und fanden nur Lösungen und keine Boxen mit Logbüchern vor.
Trotzdem zeigte sich bei unserer kleinen Geocachingtour der Reiz der modernen Schnitzeljagd. Immer auf der Suche nach dem nächsten Cache navigierten wir mit einem kleinen GPS-Gerät durch die Straßen Straßburgs. Während manche GPS-Empfänger in der Lage sind ganze Straßenkarten abzubilden und moderne Oberklassenhandys die Positionen sogar auf Google-Karten anzeigen können, besaßen wir nur ein kleines Gerät, das auf einem schwarz-weiß Display die Richtung und Entfernung des nächsten Punktes angezeigt hat.
Alte Idee, neues Gerät
Dadurch gelangten wir auf der Suche nach dem kürzesten Weg in viele kleine Straßen und Gassen und lernten so Straßburg von allen Seiten kennen. Mittlerweile gehen immer mehr Menschen in Ihrer Freizeit auf die Suche nach Caches. Die großen deutschen Geocaching-Netzwerke zählen weit über 20.000 Mitglieder. Dabei ist die Idee gar nicht so neu: Zwar mithilfe eines analogen Kompasses und Landschaftsbeschreibungen aber sonst identischen Bedingungen wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in England Kästchen versteckt und gesucht. Seitdem das satellitengestützte Navigationssystem GPS im Jahr 2000 für die zivile Nutzung freigegeben wurde, haben die digitale Richtungsanzeiger die alte Kompassnadel ersetzt.
Dieser Artikel entstand im Rahmen der Recherchefahrt "Rendez-Vous in Straßburg" der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Jugendpresse Baden-Württemberg.
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- Alle Artikel zur Recherchefahrt nach Straßburg
- Alle Artikel zur Recherchefahrt nach Berlin in 2008
- Stichwort Medien
- Stichwort Auslandsaufenthalt
- Stichwort Erlebnis / Abenteuer
im weiteren WWW:
- Die Veranstalter der Fahrt: Jugendstiftung BW und Jugendpresse BW


