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extra lebensfreude: Die Suche nach dem Glück
„Wilson!“, ruft der bärtige Mann aufs Meer hinaus und sackt dann verzweifelt in sich zusammen. Er heißt Chuck Noland und arbeitet für FedEx. Sagt euch nichts? Vielleicht doch. Chuck Noland, das ist Tom Hanks in seinem prämierten Film „Cast Away – Verschollen“, in dem es den emsigen Paketboten nach einem Flugzeugabsturz auf eine einsame Südseeinsel verschlägt. Dort muss Noland sein Leben umstellen: Fleiß, Effizienz und Pünktlichkeit waren Werte, die sein Leben prägten und für ihn persönlich Erfüllung bedeuteten – daheim in Amerika. Unter Palmen, fern von der Heimat, geht es nun nicht mehr um pünktlich zuzustellende Pakete, sondern ums nackte Überleben. Die Prioritäten in seinem Leben verändern sich.
Das Modell
Was Tom Hanks in seiner Rolle erlebt ist ein realitätsnahes Beispiel einer psychologischen Theorie. Der US-Forscher Abraham Maslow zeigt in seinem Modell der „Bedürfnispyramide“ auf, was Menschen benötigen, um Freude am Leben zu verspüren und nach welchem Prinzip sie sich auf die Suche nach dem Glück begeben.
Wie wir unser Glück erarbeiten
Die menschlichen Bedürfnisse bilden hierbei die fünf Stufen einer Pyramide. Der Mensch beginnt diese von unten aus zu erklimmen, um immer näher zur Spitze zu kommen, wo letztendlich die Erfüllung wartet. Grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Schlaf oder Wohnraum bilden hierbei die Basis für jeden weiteren Weg. Die zweite Stufe beinhaltet den Wunsch nach Sicherheit, Recht und Ordnung, die dritte soziale Bedürfnisse wie Freund- oder Partnerschaft. Wer schon Probleme hat, diese so genannten „Defizitbedürfnisse“ (so nennt Maslow die Grundbedürfnisse) zu stillen, wird kaum die Energie dafür aufbringen können, höhere Ziele wie intellektuelle Verwirklichung oder eine erfolgreiche Karriere anzustreben, die dann auf den Stufen vier und fünf folgen.
Das Dilemma der westlichen Welt
Letztere betrachtet Maslow als letztendlich unstillbar, sprich als nur im Ansatz oder kurzfristig zu befriedigen. Folgerichtig sind Menschen auf den obersten Stufen nicht zwangsläufig auch die glücklichsten, sie scheitern viel mehr am zu hohen Anspruchsdenken. Studien belegen das: Finanziell sehr gute situierte Personen sind oft unglücklicher als ihre ärmeren Mitmenschen.
Warum die Spitze oft fern erscheint
Tatsächlich wirkt das Maslow’sche Modell insgesamt sinnvoll und in sich stimmig: Je länger der Weg auf der Pyramide ist, desto intensiver wird - ähnlich wie beim real existierenden Bauwerk - auch die Anstrengung, um die nächste Stufe zu erreichen. Gegenden der Welt, in denen große Armut herrscht, stecken dem Modell zu Folge in einem Teufelskreis. Die unzureichende Versorgung der Grundbedürfnisse lässt das Streben nach Höherem, etwa einem Schulabschluss und daraus resultierendem sozialen Aufstieg, nicht zu. Der Wunsch zu überleben verhindert letztendlich ein besseres Leben – die Stufe ist zu hoch.
Auf ein Neues!
Und so muss auch Chuck Noland sich umstellen: Mit dem Absturz des Flugzeuges stürzt er gewissermaßen auch von einer der oberen Stufen der Pyramide herab und beginnt von Neuem. Ganz von unten – beim Kampf ums Überleben.
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