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Es lebe die Zerstörung! Von Büchern, die keine sind...
Lesen ist doch langweilig. Mit Büchern lassen sich doch viel schönere Dinge anstellen. Ein Buch zu bemalen, zu bekleben, zu zerschneiden, das kann doch sehr befreiend sein.
Was erwartet man normalerweise von einem Buch? Eine Geschichte? Tod und Emotionen? Auf jeden Fall einen langen und ermüdenden Text. Aber was ist mit Büchern, die eine Anleitung zur systematischen Zerstörung ebenjener beinhalten, wie etwa die Veröffentlichungen „KeinBuch“ oder „Mach dieses Buch fertig“? „Antibücher“, die uns endlich von der Illusion befreien, mit Büchern müsse man sorgfältig und behutsam umgehen – darauf haben manche vielleicht schon länger gewartet.
Mit zermatschten Beeren malen, die Fusseln aus Hosentaschen auf die Seiten kleben, Strichlisten, mit der Anzahl der Stuhlgänge führen oder Seiten in Brand setzen – wer wollte das noch nicht? Und das sogar auf Wunsch des Autors. Alles was man braucht sind Geistesblitze, Dreck, Müll, Hände, viel Zeit und Spaß am kreativen Zerstören. Denn das fertige Buch soll schließlich ein wahres Kunstwerk werden. Ist das schon Dadaismus? Oder Anarchie? Eine Revolution der Schweinehunde in uns?
Nach dem Motto „Zerstören ist Neues schaffen“ sind diese Bücher nicht nur etwas für Lesemuffel, auch echte Leseratten können damit endlich ihre geheimen Phantasien ausleben und alles vergessen, was sie jemals über den respektvollen Umgang mit Gedrucktem gelernt haben. Ob man dafür tatsächlich eine Anleitung braucht ist fraglich, aber natürlich fällt das Verunstalten so leichter, wenn es ausdrücklich vom Buch erwünscht wird. So kann jeder aktiv an der Entstehung seines individuellen Kunstwerks teilhaben.
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