freistil
extra freie zeit: Geatmet wird später
Der Ball ist rund. Ein Spiel dauert 30 Minuten. Die Spieler können ihre Fans weder hören noch sehen. „Foul!“. Die Teams sind entrüstet: Riesige Bildschirme übertragen die wütenden Gesten der Spieler. Ein Freistoß folgt – aber unter Wasser. Unterwasser-Rugby ist die einzige Ballsportart, in der sich die Spieler in allen drei Dimensionen bewegen. Wen es sonntags ins Sonnenberger Schwimmbad verschlägt, wundert sich bestimmt: Menschen stehen am Beckenrand und starren gebannt ins Wasser. In dem markierten Bereich der Schwimmhalle tut sich was. Auf 12 bis 18 Meter Länge und 8 bis 12 Meter Breite tobt die Wasserschlacht ums nächste Tor. Zum Glück gibt es Nachwuchstalente wie Bea und Maxi. Beide erklären, was da im Wasser los ist. Nach einem informativen Crashkurs in Sachen Regeln und Ausrüstung, fällt das Zuschauen auf den Bildschirmen leicht. Auf diesen wird das Geschehen unter Wasser übertragen.
Hupen statt pfeifen
Plötzlich ertönt mehrmals ein kurzes Hupen. „Das Spiel wird unterbrochen“, sagt Christian Staubach, aktiver Spieler vom Tauch- Club Stuttgart. Nun folgt der Strafwurf: ein Spieler der gefoulten Mannschaft hat 45 Sekunden Zeit, im 1:1-Duell das Tor zu erzielen. Zwischen ihm und dem Tor, dem entscheidenden Punkt zum Sieg steht nur noch der gegnerische Torwart. Die Hupe entspricht der Trillerpfeife eines Schiedsrichters an Land. Schließlich würde ihm eine Pfeife unter Wasser keine guten Dienste erweisen. Einmal kurz hupen bedeutet, dass das Spiel beginnt. War eine Mannschaft erfolgreich und erzielt einen Treffer, hupt der Schiedsrichter unter Wasser zwei Mal lang. Viele lange Töne: Das Spiel ist aus. Ein Schiedsrichter ist direkt am Spielgeschehen dran. Kein Foul entgeht ihm: Hält sich ein Spieler an der Ausrüstung seines Gegners fest, hält er den Ball an sich gedrückt oder balanciert ihn über Wasser, schreitet der Schiri ein.
Auch unter Wasser: Fairness ist Ehrensache
Denn auch unter Wasser ist Fairness zwar Ehrensache, aber nicht immer an der Tagesordnung. Damit beim Ein- und Auswechseln alles glatt läuft, gibt es zusätzlich einen Schiedsrichter am Beckenrand. Zwei Halbzeiten kämpfen die Spieler um ihren nassen Sieg. Fünf Minuten Pause dazwischen reichen gerade mal zum Durchatmen. Auch die Taktik wird über Wasser ausgetüftelt. Ziel des Spiels ist es, wie bei vielen anderen Ballsportarten auch, den Ball im gegnerischen Tor zu versenken. Fünf Feldspieler pro Mannschaft wirbeln um den Ball. Geht doch mal einer durch die eigene Abwehr, muss es der Torhüter richten. Doch wie bleibt der Ball unter Wasser? Schließlich kennt man das ja: Ein normaler Fußball dümpelt an der Wasseroberfläche. Ganz einfach: Der Ball ist mit Salzwasser gefüllt. Das Trainingsgerät ist also günstig zu haben. Wie steht es mit der Ausrüstung? Flossen, Taucherbrille, Schnorchel, Schutzkappe und Badebekleidung. Beinahe Standardprogramm des vergangenen Badeurlaubs.
Jeder kann mitmachen!
Christian Staubach: „Jeder kann Unterwasser-Rugby spielen. Am besten erkundigt man sich beim örtlichen Schwimmverein, ob er Unterwasser-Rugby anbietet. Oder man kommt beim Tauch-Club Stuttgart vorbei.“ Bei Turnieren wie in Stuttgart kann man dann mit seinem eigenen Team gegen Mannschaften wie Malsch bei Rastatt antreten. Die Malscher sind deutscher Meister. Wer höher hinaus will, den locken Europa- und Weltmeisterschaft. Bei internationalen Spielen haben die deutschen Damen die Nase vorn: Deutschland ist nicht nur Europameister, sondern errang auch den Weltmeistertitel. Die deutschen Herren hinken dem Europameister Finnland und dem Weltmeister Schweden bisher noch hinterher.
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- Stichwort Sport
- Alle Artikel zum extra freie zeit
im weiteren WWW:
- Noir, das Verbandsmagazin der Jugendpresse Baden-Württemberg
- Mehr über die Süddeutschen Unterwasser-Rugby-Meister TSV Malsch



Kommentar verfassen: