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extra nostalgie: Das etwas andere Déjà-Vu

extra nostalgie: Das etwas andere Déjà-Vu

Wer kennt das nicht: Von jetzt auf nachher findet man sich in einer vertrauten Situation wieder, als wäre man an diesem Ort schon einmal gewesen und hätte diese Person schon einmal getroffen… Die Rede ist von Déjà-Vus. Auch Dominique kann ein Lied davon singen.

 
 

Freitag Abend, 23:30 Uhr:
Meine Freundin und ich vollführen unser allwöchentliches Ritual: Wir stillen unseren Hunger mit einer Pizza Margherita von unserem Lieblingsdöner. Da alle Sitzplätze in dem Döner schon belegt sind und es warm genug ist, setzen wir uns in der Königstraße auf eine Bank und futtern wild drauf los. Während dem Essen überlegen wir, wo wir als nächstes hingehen sollen: Geht es nach Hause, um noch gemeinsam einen Film zu schauen, in die nächstbeste Lounge, um ein bisschen zu chillen oder sollen wir die Nacht zum Tag machen und in einer Disko bis zum Morgengrauen durchfeiern?
Während wir noch dabei sind Pro und Kontra abzuwägen, bemerken wir nicht, dass wir inzwischen zwei jungen Männern aufgefallen sind, die sich direkt auf uns zu bewegen. So langsam sehen wir die beiden aus den Augenwinkeln und geben deshalb vor, sehr beschäftigt mit unserer Pizza und unglaublich vertieft in unser inzwischen leicht männerfeindliches Gespräch zu sein. Der Abend war schließlich bombensicher ohne Männer geplant. Doch auch das scheint die beiden nicht im Geringsten abzuschrecken.

„Einen wunderschönen guten Abend!“, tönt es gut gelaunt von meiner rechten Seite her. „N‘Abend.“, nuschele ich mit dem Mund voller Pizza zurück und wende mich sofort wieder ab. „Habt ihr eine Idee, wo man hier noch gut feiern gehen kann?“, fragt mich ein großer Braunhaariger. 'Na super, die Standard Anmache hier in Stuttgart', denke ich mir und will das Gespräch lieber jetzt als später beenden. Auch meine Freundin wirft mir einen kurzen Seitenblick zu, der eindeutig sagt: 'Die Typen sind schrecklich. Abhauen!'

Nach kurzer Zeit wird jedoch klar, dass die beiden sich keinesfalls einfach abwimmeln lassen, sondern es trotz unseres Widerwillens schaffen, uns geschickt in ein Gespräch zu verwickeln. Wir sprechen über unsere Lieblingsdiskos und ich erwähne beiläufig im Gespräch, dass ich im „Disko no.1“ arbeite.

Nachdem die beiden uns jedoch eine Viertelstunde gegen unseren Willen zu getextet haben und die Pizza inzwischen auch gegessen ist, bin ich der Meinung dass es Zeit ist, die Notbremse zu ziehen. „Ich will ja nicht gemein sein, aber ehrlich gesagt ist heute Mädelsabend angesagt. Und Männer sind das Letzte, das wir da gebrauchen können. Es war schön euch kennengelernt zu haben, Tschüss!“, erkläre ich den beiden mit Nachdruck. Enttäuscht ziehen sie ab.


Ein Freitag Abend 3 Monate später, 23:30 Uhr:

Meine Freundin und ich vollführen unser allwöchentliches Ritual zum ersten Mal seit der „Pizza-Begegnung“, wie wir sie bis dahin nannten wieder freitags. Alles läuft gleich ab: Wir wollen gemeinsam einen Mädelsabend machen, holen uns um dieselbe Uhrzeit beim selben Döner dieselbe Pizza und setzen uns auf dieselbe Bank. Dort angekommen stellen wir fest, dass die ganze Situation uns irgendwie bekannt vorkommt, bis auf die Tatsache, dass damals ein anderer Freitag war. Es kommt uns tatsächlich vor, wie ein Déjà-Vu.

Übermütig fangen wir an zu scherzen, dass es die absolute Krönung des Abends wäre, wenn jetzt wieder zwei junge Männer auf uns zu kämen und uns ansprechen würden. Lachend erwidert meine Freundin daraufhin, dass es eigentlich die gleichen Männer von damals sein müssten, um die Sache abzurunden. So vollkommen von der Realität weggerissen, amüsieren wir uns. Dann merken wir, dass zwei junge Männer direkt auf uns zusteuern. Wir schauen uns kurz an und brechen dann in schallendes Gelächter aus. Die Männer, zwar leicht verunsichert aber trotzdem selbstbewusst, kommen auf uns zu und beginnen das Gespräch wieder mit der Standard-Anmache, was eigentlich nichts Außergewöhnliches ist, aber in diesem Fall äußerst komisch für meine Freundin und mich.

Nachdem wir uns wieder 10 Minuten lang haben breitquatschen lassen, beginnt die ganze Sache uns irgendwie seltsam vorzukommen. Klar, das ist eine ganz andere Situation als damals, aber irgendwie liegt etwas in der Luft, etwas Seltsames. Wir sehen uns an und kommen einfach nicht darauf was es sein könnte, bis ich die Stimme eines großen Braunhaarigen höre: „Was geht im Disko no.1?“

Entsetzt sehen meine Freundin und ich uns an und nun erkennen wir auch die Männer wieder. Das Gefühl, das wir beide hatten, war nicht irgendeine Spinnerei, das sind tatsächlich die gleichen Männer wie vor drei Monaten. Seither nennen wir dieses Erlebnis immer unser persönliches Déjà-Vu.

 

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