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extra energie: 24 Stunden ohne Technik

extra energie: 24 Stunden ohne Technik

Stell dir vor, du stehst eines Morgens auf und es gibt keinen Strom mehr. Alle Technik um dich herum funktioniert nicht, auch die Autos und Busse stehen still, du bist in einer technikfreien Welt. Gideon Ötinger hat sich der Herausforderung gestellt und einen Selbstversuch gewagt – ohne Strom zu leben.

 
 

Zum Glück gibt es die Regentonne

Es ist 6.30 Uhr. Sonnenlicht trifft durch die Schlitze im Rollladen; Zeit zum Aufstehen. Der Tag meines Selbstversuches beginnt: 24 Stunden ohne Technik. Sollte eigentlich kein Problem sein. Jedoch kommt in der Küche auch schon das erste Problem auf mich zu: Der Kühlschrank ist ausgeschaltet, wichtige Dinge wie Butter, Milch und Käse habe ich gestern schon sicher verpackt und in das kühle Wasser in der Regentonne gelegt. Und siehe da, Butter, Milch und Käse sind genau so kühl, wie ich mir das vorgestellt habe. Draußen im Garten zu sein, verschafft mir aber noch andere Vorteile. Der blaue Himmel und die wenigen Wolken lassen erahnen, dass Regen heute eher unwahrscheinlich ist, zudem ist es schon recht mild. T-Shirt und kurze Hose waren also richtig gewählt. Dann kann ich ja guten Gewissens zurück ins Haus und endlich frühstücken. Toastbrot fällt flach, kein Toaster. Dann esse ich eben normales Brot.

Auf zum nächsten Baum

Jetzt geht‘s eigentlich ab ins Bad. Nur gibt es hier und heute kein fließendes Wasser, dazu wäre schließlich Technik nötig. Deshalb kommt noch einmal die Regentonne ins Spiel. Es kostet ein wenig Überwindung mir mit dem Wasser die Zähne zu putzen und das Gesicht zu waschen, es wird mich aber schon nicht umbringen. Auf die Toilette gehen ist wegen fehlender Klospülung letztlich auch nicht angesagt, da muss ich eben zum nächstbesten Baum.

Rechnen ohne Taschenrechner?

Um zur Schule zu kommen, verlasse ich früher als sonst das Haus und laufe los. Der Schulbus sammelt an der Bushaltestelle die Schüler ein, aber heute ohne mich. Ich muss laufen. Das lange Laufen ist ungewohnt, aber das haben die Menschen früher auch hingekriegt. Die Schule kommt pünktlich in Sicht und der Unterricht kann beginnen. In der Schule habe ich über die ersten Stunden den Selbstversuch vergessen, bis Mathe auf dem Plan stand. Der Taschenrechner muss unangetastet neben mir liegen bleiben und die ganzen Nebenrechnungen auf einem Blatt gerechnet werden. Wie ging das mit dem Wurzelziehen noch mal?

Nur noch ankommen

Nach der Schule muss ich den Weg wieder zurück laufen. Jetzt fällt mir das aber nicht mehr so leicht. Mein Hirn hat in der Schule Überstunden gemacht und meine Laune hat auch einen ziemlichen Tiefpunkt erreicht. Ich möchte nur noch ankommen. Endlich angekommen, lasse ich mich erschöpft in meinen Sessel fallen, greife zur Fernbedienung, doch verdammt, darf ich ja gar nicht. Ich sitze da wie bestellt und nicht abgeholt. Dann eben erst mal was anderes machen. Ich schaue sehnsüchtig auf meine XBox und mein Fußballspiel. Fußball… Da kommt mir eine Idee.

Kicken - mit einem echten Fußball

Ich schnappe mir meine Sportklamotten und laufe zu einem Freund ganz in der Nähe. Ein Telefon wäre jetzt aber auch nicht schlecht. "Sollen wir ein bisschen kicken?" frage ich ihn. Sofort die Gegenfrage: "Auf deiner XBox?" "Nein, ich meine richtig Kicken gehen. Mit einem echten Fußball." Er schaut mich mit einer Mischung aus Unverständnis und Erstaunen an, aber nach langem hin und her habe ich ihn dann so weit, dass er per Telefon noch ein paar anderen Leuten Bescheid sagt. Und dann stehen wir tatsächlich unter der Woche auf einem Fußballplatz. Wir legen uns danach noch ein bisschen ins Gras, gammeln ein wenig und unterhalten uns. Mittlerweile ist die Sonne schon ziemlich tief.

Erfrischende Tonne

Ich beschließe nach Hause zu gehen. Schon wieder zu Fuß. Jetzt aber erst einmal duschen. Na ja, wenn ich könnte. Ich überlege, wie ich duschen oder baden könnte. Da fällt sie mir wieder ein, die Regentonne von heute morgen. Bei geschätzten 10 Grad Wassertemperatur fällt mein Bad allerdings nicht sehr angenehm aus. Egal, ich bin sauber und fühle mich, im wahrsten Sinne des Wortes erfrischt. Jetzt fehlt mir nur noch etwas zum Essen. Etwas warmes wäre nicht schlecht. Aber jetzt ein Lagerfeuer machen? Nee, so viel Elan habe ich auch nicht mehr. Also halte ich mich wieder ans Brot.

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