freistil
Muslimisches Leben
Idee: Pausengespräch zwischen drei Freunden: Brian (Christ), Musa und Ahmed (Muslime)
Brian öffnet eine Tüte Gummibärchen und bietet seinen Freunden die Süßigkeiten an:
„Ahmed, Musa, greift zu. Die sind echt lecker. Habe ich von der Königshofer Messe“.
Musa und Ahmed schütteln den Kopf.
Musa: „Es ist Ramadan und ich faste.“
Brian schaut verständnislos: „Na ja, dann nasch ich halt auch nicht, wär irgendwie unfair.“
Er steckt die Tüte weg. „Aber….warum?“
Ahmed: „ Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders begehen wir den Ramadan, das bedeutet, wir fasten und essen und trinken von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts. “
Brian: „Das ist bestimmt nicht einfach, gilt das für alle?“
Musa: „Meine kleine Schwester ist erst fünf Jahre alt. Sie muss nicht den ganzen Tag hungern, bekommt aber während der Fastenzeit keine Süßigkeiten. Säuglinge werden natürlich auch gefüttert und Kranke und ganz alte Leute sind vom Fastengebot befreit. Sie müssen essen, weil sie sich sonst schaden würden. Das gilt auch für Frauen, die ihre Menstruation haben.
Brian: Und was ist mit Leuten, die z. B. schwer arbeiten müssen?“
Ahmed: „Die essen auch, aber sie können die ausgefallenen Fastentage, z. B. am Wochenende oder im Urlaub, nachholen und wenn das gar nicht geht, kann man ersatzweise Geld für die Armen spenden.“
Brian: „Bei uns Christen gibt es vor Ostern auch eine Fastenzeit, aber die ist nicht so streng. Ich glaube, ihr lebt nach den Vorgaben des Korans und gehört da nicht das Fasten zu den fünf Säulen des Islams?“![]()
Musa. „Stimmt, das Fasten soll uns Gott näher bringen. Wir sollen durch das Fasten erfahren, wie es ist, wenn Menschen hungern oder Durst haben und mit ihnen mitfühlen. Wir sollen dadurch stark sein und unseren Körper und das Verlangen mit unserem Willen, also unserem Geist, besiegen.“
Brian: „…und wenn die Sonne untergegangen ist, schlagt ihr euch den Bauch mit lauter guten Sachen voll?“
Ahmed: „Nein, so darfst du das nicht sehen. Das abendliche Essen nennen wir Fastenbrechen. Die ganze Familie isst gemeinsam, oft kommen Freunde und Verwandte zu Besuch. Man ist zusammen in einer Gemeinschaft.“
Musa: …und bevor wir essen, beten wir und danken Allah. Nach dem Essen gönnt sich mein Vater dann auch eine Zigarette, die er sehr genießt. Er sagt, dieser Verzicht fällt ihm tagsüber am schwersten.“
Brian: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das Essen besonders lecker schmeckt, wenn man richtig Hunger hat. Und die nächste Mahlzeit, nehmt ihr dann ganz früh morgens, bevor die Sonne aufgeht, zu euch?“
Ahmed: „Ja, ich stehe dann meist um fünf Uhr zum Essen auf und schlafe dann vor der Schule noch ein Stündchen. Aber alle Nahrungsmittel dürfen wir nicht zu uns nehmen. Wir müssen uns an bestimmte Gebote halten. Manche Speisen sind für uns verboten.“
Brian: „Ja, das weiß ich von zwei Teamkollegen beim Fußball. Sie essen kein Schweinefleisch, deshalb bekommen Sie als Verpflegung bei Auswärtsspielen immer Rindswürste. Aber so richtig verstehe ich das nicht!“
Musa: „Im Koran steht, dass das Essen von Schweinefleisch, von Tieren, die sich von Aas ernähren (Fuchs, Greifvögel..) und von Blut, verboten ist“
Ahmed: „Deshalb gelten auch bestimmte Regeln beim Schlachten von Tieren“
Brian: „Ja, ich habe schon gehört, dass Muslime bei Schlachten dem lebenden Tier die Kehle aufschneiden, damit es vollständig ausbluten kann.“
Ahmed:“Richtig, diese Art von Schlachten nennt man Schächten. Bei der rituellen Schlachtung wird das Tier mit dem Kopf nach Mekka ausgerichtet und dabei Gott angerufen.“
Musa: „Eigentlich sollten alle Lebensmittel, die gläubige Muslime zu sich nehmen, „halal“ sind, das bedeutet rein und erlaubt.
Brian: Alk zählt bei euch auch zu den verbotenen Sachen, gell. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, am Wochenende Party zu machen und nix zu trinken. Fehlt euch das denn nicht?![]()
Musa: Also, wenn ich euch freitagmorgens so bleich auf euren Stühlen hängen sehe, nur weil ihr abends im Air in Würzburg wart und mal wieder zu viel gebechert habt. Oder die peinlichen Fotos von Mischas Geburtstagsfeier, wie er total versifft unter dem Tisch lag und gepennt hat – da soll mir was fehlen?
Ahmed: Man hat zwar schon irgendwie eine Außenseiterstellung, wenn man nicht mitsäuft, aber wenn man mal drüber nachdenkt finde ich es gar nicht so schlecht, dass im Islam Alkohol oder auch Glücksspiel verboten sind.
Musa: „Unser Lehrer kommt, wird können gerne in der nächsten Pause weitersprechen.“
Ein Artikel aus "Financial t('a)ime", Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim.
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