Drucken

freistil

 

extra musik: Als ich heute morgen aufwachte, fühlte ich mich wie...

extra musik: Als ich heute morgen aufwachte, fühlte ich mich wie...

Können körperliche Befindlichkeiten mit Musikinstrumenten verglichen werden? „Aber klar doch!“, fand unsere Autorin Alina Ullmann und ließ ihrer Kreativität freien Lauf...

 
 

Als ich heute morgen aufwachte und meinen betäubten - von kräftigen Ellenbogen (man muss wissen, dass ich auf Konzerten dafür genau die richtige Höhe besitze) umwoben und gequetschten - Kopf wankend aus dem Bett hoch schlang, fühlte ich mich wie ein Akkordeon, dass die ganze Nacht lang immer wieder auseinander- und zusammengezogen worden war und auf dessen schleimbeträufelten Tasten herumgedrückt wurde. Leider nur nicht mit diesem für Musiker sonst typischem Gefühl, sondern mit energischem Muskelaufwand, der schon fast einen Schwund dessen hätte auslösen können!

Außergewöhnliche Blessur

Zerknirscht und völlig schlaftrunken kullerten mir beinahe die Augen aus dem Kopf, als ich die zahllosen Kratzspuren und blauen Flecken wahrnahm, die sich vollends über meinen Körper zogen. Mal eine blauer Fleck, dann wieder eine rötlich aufleuchtende Schramme auf meinem lädierten Schlüsselbein und da… Oh, was war das? Ha, noch eine ganz außergewöhnliche Blessur in kräftig gelblichem Ocker - sie erinnerte mich leicht an ausgelassene Abende mit zuviel alkoholhaltigen Genussmitteln, wie ich zu meinem außerordentlichen Bedauern zugeben muss.  Aber nun die rettende Idee: Vielleicht sollte ich ja heute mal überlegen, ob ich mich dementsprechend kleiden soll? Wie wäre es mit einem Biene Maja-Kostüm angesichts meiner perfekt passenden Körperfärbung? Ich sah tatsächlich schlimmer aus als das Handtuch nach dem Duschen oder wie nach der Anwendung mit Selbstbräunungscreme!

Bin ich ein Schlagzeug...

Langsam weiche ich von Thema ab und werde nach diesen ausladenden Gedanken auch noch schizophren! Denn sobald sich meine Beine - wohlgemerkt bereits nach dem Knacken meiner Fußspitzen nach dem allmorgendlichen Strecken (größer werde ich so leider auch nicht) - rührten, fühlte ich mich wie gelähmt. War ich doch eher ein Schlagzeug, das sich erträumte, mit neuem Fell bezogen zu werden und nichts sehnlicher wünschte, als frisch zusammengepresste Holzsticks? Ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden, denn am Abend zuvor hatte ich noch gedacht, eine Konzertgitarre zu sein: Wisst ihr, diese, bei denen der Schweiß der Gitaristen von ihren Festivalbändchen die ganze Zeit auf die straff gezogenen Saiten tropft und letzten Endes
dafür sorgt, dass man glaubt, sich aufhängen zu können - einzig und allein um den Sinn zu verfolgen, sich auszuwringen!

... oder ein heißeres Blechinstrument?

Tja, ich hätte auch ein heißeres Blechinstrument mit bereits im Hals versteckten Mundstück im ersten Volkshochschulen-Musikkurs sein können, denn meiner Stimme nach zu urteilen, vernahmen die Menschen von mir eher ein schräg tönendes Krähenkrächzen als ein angenehm wohlklingendes Lachen! Was auch immer ich an diesem Morgen gewesen bin: Es war schmerzhaft und zugleich so erregend, dass ich mich nur noch mit Musikinstrumenten identifizieren will! Und Ihr wisst ja: Die Hälfte der Sachen, die Menschen als Scherz verkaufen, meinen sie ernst!

Weiterführende Links

im Jugendnetz:

thema lebt von seinen jungen Machern. Damit wir auch in Zukunft jung, lebendig und aktuell bleiben, suchen wir ständig junge Menschen, die Lust haben, selbst aktiv zu werden und etwas beizusteuern.

Wir suchen dich! - für thema

thema lebt von seinen jungen Machern. Damit wir auch in Zukunft jung, lebendig und aktuell bleiben, suchen wir ständig junge Menschen, die Lust haben, selbst aktiv zu werden und etwas beizusteuern. >>>