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Keep Away from Fire - Interview & Gewinnspiel

Viele Solomusiker setzen für ihre Lieder auf die Begleitung einer Band im Hintergrund. Andere halten es ganz minimalistisch und begleiten sich selbst auf der Gitarre. Daniel Vogrin hat sich für eine Mischung aus beidem entschieden: Mit der Loop-Station erzeugt er ganz alleine den Sound einer ganzen Band. Wir haben ihn zu seinem Projekt "Keep Away from Fire" interviewt.

 
 
thema: Möchtest du dich kurz vorstellen?
Dani: Ich bin der Dani, 18 Jahre alt und ich mache Musik mit dem Projekt Keep Away from Fire. Das ist mein eigenes Solo-Projekt, ich arbeite mit der Loop-Station und spiele sämtliche Gitarren.
thema: Was ist eine Loop-Station?
Dani: Eine Loop-Station ist ein Gerät, ein Pedal, das man mit dem Fuß bedient und in das man Frequenzen einspielt. Und immer wenn man auf ein Pedal tritt, wiederholt sich das Ganze wieder. Im Endeffekt kann man mit der Loop-Station Soundflächen erzeugen und immer mehr drüber spielen, damit es zu einem großen Klangbild wird.
thema: Also im Prinzip bist du eine Ein-Mann-Band?
Dani: Ja, das wird immer ganz gerne gesagt, das stimmt aber auch irgendwo ein Stück weit.
thema: Und wie bist du da drauf gekommen, wie hat sich das entwickelt?
Dani: Ich hatte eine Rockband und habe mir dafür zu Weihnachten so ein Loop-Pedal gewünscht. Erstmal wollte ich daheim damit arbeiten, um Ideen festzuhalten und abzuspeichern. Dann habe ich nicht nur eine Gitarre, sondern kann eine Idee immer laufen lassen und eine zweite Gitarre drüberspielen. Dann hätte ich eine fertige Idee und hätte das so zur Band mitgebracht.Dann hat sich die Band aber getrennt und ich hatte sowieso vor, ein Soloprojekt zu starten. Das habe ich dann gemacht und hatte die Idee, die Loop-Station auch live einzusetzen. Ed Sheeran macht das zum Beispiel. Das hab ich ausprobiert, es hat gut geklappt und so habe ich das weiter geübt.
thema: Deine Musik in 3 Worten?
Dani: Boah, schwierig. Sphärisch auf jeden Fall. Eigenes Leben, weil es eben schon darum geht. Das sind jetzt eigentlich schon drei Worte. Aber egal, das dritte wäre vielleicht...der Gegensatz zu sphärisch vielleicht. Ich habe sowohl sphärische Songs, als auch Songs die ein bisschen Stimmung aufbringen.
thema: Kontrastreich vielleicht?
Dani: Doch, das passt ganz gut, genau.
thema: Und wie entstehen deine Lieder?
Dani: Bisher habe ich immer etwas auf der Akustikgitarre gespielt und das mit dem Handy festgehalten. Dann habe ich weiter daran rumgebastelt, mit Gitarre und Loop-Station, bis das Instrumentale im Großen und Ganzen fertig war.Beim Spielen ist mir dann meistens schon etwas eingefallen, was thematisch dazu passt. Dann habe ich immer erst den Text dazu geschrieben. Bisher ist also immer erst die Musik entstanden und dann der Text.Aber jetzt will ich mal mit Absicht ausprobieren, erst den Text zu schreiben und dann die Musik zu machen, um zu sehen, ob das meine Musik verändert.
thema: Sind deine Texte überwiegend auf Englisch oder auch auf Deutsch?
Dani: Ich habe bisher nur auf Englisch geschrieben, aber mich reizt das Deutsche schon auch. Auf Deutsch kann ich mich bestimmt konkreter ausdrücken, aber bisher ist alles auf Englisch passiert und das wird erstmal so bleiben.
thema: Welche Musik hörst du selbst?
Dani: Eher harte Musik, aber das ist bei vielen Singer-Songwritern so, eigentlich merkwürdig.Früher habe ich die Metallica-CDs von meinem Vater aus dem Schrank gezogen und bin irgendwann bei Linkin Park hängen geblieben.Heißkalt wäre ein moderneres Beispiel, die sind auch aus der Umgebung. Also schon eher die härteren Sachen, Rockmusik. Aber irgendwann habe ich bemerkt, dass mir auch die ruhigeren Sachen gefallen. Ben Howard mag ich sehr gerne, oder Bon Iver. Ich bin da echt sehr offen inzwischen, bei Hip-Hop habe ich mir auch Sachen rausgepickt, Eminem finde ich zum Beispiel sehr cool.
thema: Wenn das so ein Gegensatz ist, lässt du dich trotzdem von dieser Musik beeinflussen?
Dani: Ich wurde schon oft gefragt: „Was ist deine Inspiration? An welcher Band orientierst du dich?“ Aber ich konnte das nie so genau sagen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass ich mich nicht konkret an was orientiere. Wenn, dann unterbewusst. Zum Beispiel habe ich in einem Song so ein paar Sprechgesangaspekte, aber die habe ich nicht bewusst eingebaut, „Ich möcht mal ein bisschen wie Eminem klingen“. Das war eher unterbewusst. Oder einfach, weil ich Bock drauf hatte. Vielleicht kommt das dann doch daher, dass ich mal Hiphop gehört habe, aber so einen konkreten Einfluss gibt’s eigentlich nicht. Ich würde auch gerne mal rockige Aspekte mit der Loopstation ausprobieren. Da wäre dann wieder dieser harte Einfluss.
thema: Du erzählst viel vom Ausprobieren. Würdest du jetzt selber sagen, du bist noch auf dem Weg, dein eigenes Ding zu finden? Oder bist du dir da schon recht sicher und probierst trotzdem noch etwas drumherum?
Dani: Ich bin eigentlich immer auf dem Weg. Ich sehe nie so ein Ziel. Oder denke „Jetzt bin ich am Ende, diese Richtung schlage ich jetzt ein, das ist genau mein Ding.“Das war nie so und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das jemals passieren wird.Derzeit ist es so, dass ich mich ausprobieren WILL. Ich will in diesem Projekt nicht sagen: "Das ist ganz klar Indierock oder Hiphop oder Rock“. Ich will von allem etwas und da einfach frei sein.
thema: Was macht dir mehr Spaß, live aufzutreten oder daheim wild auszuprobieren?
Dani: Im Endeffekt kommt das zusammen. Aus diesem wilden Ausprobieren entsteht dann die Lust, das unbedingt live spielen zu wollen. Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem ich sage, genauso will ich das jetzt zeigen. Von daher ist für mich beides wichtig und beides ist cool und macht mir viel Spaß. Es gibt aber manchmal auch Liveauftritte, die eben ein bisschen undankbarer sind. Aber das ist nun einmal so, vor allem am Anfang. Manchmal passiert es halt, dass man nur vor zwei Leuten spielt und der Sound einfach nicht passt und sich alles komisch anhört. Das ist dann ein bisschen schade, aber das nimmt man eben mit.
thema: Gibt es Auftritte, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind, sowohl positiv als auch negativ?
Dani: Was negativ war… da muss ich kurz überlegen.Was richtig Negatives hab ich mit Keep Away from Fire noch gar nicht erlebt. Mit der Band hab ich mal in Holzgerlingen gespielt, da waren nur fünf Leute. Der Raum war halt komplett leer, schon ein bisschen ernüchternd. Aber ich bin da jetzt nicht weinend rausgelaufen und hab gesagt „ich spiel hier nicht!“. Das wäre ja auch total dumm. Ich habe einfach gespielt, hat trotzdem Spaß gemacht. War halt wenig los. Wenn man so will, ist das negativ. Aber das muss man halt auch mitnehmen.Sehrsehrsehrsehr positiv war der Auftritt im Rocktest Finale im Club Zentral. Das war einfach ein megacooler Abend! Der Club Zentral war richtig voll und die Leute sind total mitgegangen, also absolut krass mitgegangen, das hab ich so auch noch nicht erlebt. Ich war selber erschrocken, was mit meinen Songs alles passieren kann, das war echt enorm. Und da wurde man von richtig professionellen Leuten begleitet. Eine megacoole Erfahrung, die mir auch sehr viel gebracht hat.
thema: Wie ist deine CD entstanden?
Dani: Ich habe einen sehr tollen Gitarrenlehrer, der hat einen coolen Probenraum unterm Marienplatz in Stuttgart, in einem alten Bunker. Der hatte auch tolles Equipment und dann haben wir in vier Tagen vier Songs aufgenommen, auf möglichst hohem Niveau. Studioqualität ist natürlich nochmal was anderes, aber meiner Meinung nach haben wir das echt cool hingekriegt.Das war schonmal der erste Schritt, dass ich jemanden kannte, der die Songs mit mir aufnehmen kann. Dann konnte ich das bei einem Druckwerk drucken und habe das Coverart zusammen mit meinem Kumpel gemacht. Da waren wir im Wald, haben Fotos gemacht und der hat sich dann voll ausgespielt.
thema: Wie geht’s bei dir weiter? Was sind deine konkreten Ziele?
Dani: Ich will so viel wie möglich live spielen und auch nochmal neue Songs schreiben. Ich habe wieder viele Ideen und kann mich bestimmt hier und da verbessern. Ansonsten will ich vor dem Studium ein Jahr Praktikum machen, im Bereich Musik und Medien. Vielleicht hilft mir das auch bei meinem Projekt. Das Studium danach wird auch in diese Richtung gehen.
 

Hier könnt ihr in die Single von "Keep Away from Fire" reinhören:

Gewinnspiel

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