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Möhringer Schüler für Flüchtlinge

Schülerinnen und Schüler des Königin-Charlotte-Gymnasiums helfen in ihrer Freizeit den Kindern einer Flüchtlingsunterkunft bei den Schulaufgaben. Im Workshop „Interkulturelle Kommunikation“ konnten die freiwilligen Hausaufgabenbetreuer/-innen gemeinsam mit dem Seminarkurs „Menschen auf der Flucht“ neue Erkenntnisse über interkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede gewinnen.

 
 

„Das Witzige war, dass immer die Frage von den Schülern kam: Wie viele sind da? Wie lang geht das? Was machen wir da genau? Und meine Antwort war jedes Mal: Abwarten. Wir wissen es nicht. Vielleicht kommt niemand, vielleicht kommen fünf, vielleicht zehn. Und was man mit denen dann am Ende macht – das muss man dann auch schauen.“ beschreibt Dominik Braun, Lehrer am KCG,die Anfänge der Hausaufgabenbetreuung der Kinder von der Flüchtlingsunterkunft Lautlinger Weg. Der Lehrer für Deutsch und Gemeinschaftskunde ist Hauptorganisator des Hilfsprojekts, bei dem Schülerinnen und Schüler des Königin-Charlotte-Gymnasium den zugewanderten Kindern bei den Schulaufgaben helfen.

Eltern haben großes Vertrauen

Nach den ersten Startschwierigkeiten wurde das Angebot gut angenommen.
„Wir sind dann immer von Tür zu Tür gegangen und haben nach Interessierten gefragt.“ erzählt Pana (12. Klasse). „Das war teilweise echt witzig, manche Eltern haben ihre Kinder fast rausgejagt, damit sie was lernen.“
Die KCG-Schüler/-innen gewannen schnell das Vertrauen der Kinder und deren Eltern. Auch die ganz Kleinen werden immer wieder in die Obhut der Hausaufgabenbetreuer/-innen gegeben. Die nötige Flexibilität haben die Jugendlichen inzwischen auch gelernt. An einem Tag wird gelernt, ein andermal gespielt, manchmal beides.

Ein Workshop für besseres Verständnis

Eine andere Möglichkeit, sich im schulischen Rahmen intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen, bietet der Seminarkurs „Menschen auf der Flucht“. Dafür organisieren Dominik Braun und seine Kollegin Julia Wachter immer wieder Ausflüge, Workshops und andere Angebote, die das theoretische Wissen begreifbar machen sollen.

So führten am 11. Dezember zwei Referentinnen des IBG (Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.) den Workshop „Interkulturelle Kommunikation“ am Königin-Charlotte-Gymnasium durch.
Die Teilnehmer/-innen füllten zum Beispiel ein lettisches Behördenformular aus, was nur mit viel Raten und Mut zur Lücke möglich war. Diese Aufgabe führte eindrucksvoll vor Augen, vor welcher Herausforderung Flüchtlinge stehen, die in einem Land Fuß fassen wollen, dessen Sprache sie nicht beherrschen.

Was ist Kultur?

Im weiteren Verlauf wurde über den Begriff „Kultur“ diskutiert. Was ist Kultur, welche Teile einer Kultur sind für uns sichtbar, welche erkennt man erst bei genauerem Hinsehen?
In anderen Übungen wurde den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll aufgezeigt, wie sehr sich schon in dieser „deutschen“, recht homogenen Gruppe die Werte und Moralvorstellungen unterscheiden.
Die Teilnehmer/-nnen gingen mit vielen neuen Erkenntnissen zur Kommunikation und einem besseren Verständnis der Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach Hause.

 

Mehr zum Thema:

Das Königin-Charlotte-Gymnasium

Das Workshopangebot der IBG e.V.

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