thema - Das Magazin

Drucken

Nach der Schule: Duales Studium

Du kannst dich nicht entscheiden: Theoretisches Studium oder praktisches Arbeiten? Die Lösung: Ein duales Studium!

 
 

Auch ich konnte mich nicht entscheiden; soll ich ein wohl eher ödes Studium beginnen oder lieber praktisch in einen Beruf einsteigen? Einerseits wollte ich nicht nur Theorie in einem überfüllten Hörsaal lernen, andererseits aber auch keine Ausbildung beginnen, sonst hätte ich das Abitur ja „umsonst“ gemacht. So entschied ich mich für ein duales Studium im Studiengang International Business mit Vertiefung Change Management. Viele neue und spannend klingende Worte in einem Satz, aber eins nach dem anderen.

 

Zunächst zum Konzept:

Das duale Studium ist eine Kooperation zwischen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (kurz DHBW) und einem Unternehmen, in meinem Fall die Würth Industrie Service GmbH & Co. KG in Bad Mergentheim. Die DHBW Mosbach hat Außenstellen in Heilbronn und Bad Mergentheim, wo mein Studiengang angeboten wird.


Der Ablauf ist schnell und einfach erklärt: Duale Studenten pendeln in einem Rhythmus von ca. 3 Monaten zwischen DH und Unternehmen. Das heißt, 3 Monate werden die Ohren gespitzt und Bücher gewälzt. In der Theoriephase an der DH muss man schon einiges lernen, aber es ist alles machbar. Vorlesung ist meistens von 9-16.30 Uhr, manchmal ist aber auch schon früher Schluss. Zudem gibt es „Studientage“, das sind Tage, an denen man frei hat, um selbstständig zu lernen. Meistens nutze ich diese Tage zur Vorbereitung für Klausuren, die natürlich wie an der „normalen“ Uni auch bei uns geschrieben werden. Im 1. Lehrjahr muss man während der Praxisphase eine Projektarbeit mit einem Umfang von etwa 25 Seiten schreiben. Diese Arbeit ist auch im 2. Lehrjahr Pflicht seitens der DH. So eine Arbeit besteht aus 50% Theorie und 50% Praxis. Vom Unternehmen bekommt man einen Betreuer an die Seite gestellt, sodass man Unterstützung erhält und gerade für Fragen in Sachen Praxis einen Ansprechpartner hat. Im 3. Lehrjahr ist dann die Bachelor-Arbeit anzufertigen, mit der man das duale Studium schließlich abschließt. Es besteht die Möglichkeit, danach noch den Master draufzusetzen.


Ich persönlich empfinde die Vorlesungen als sehr angenehm, da in einer „Klasse“ nur ungefähr 30 Studenten sitzen. So hat der Dozent die Möglichkeit auf Fragen der Studenten einzugehen. Die meisten Dozenten haben Berufserfahrung, was die Vorlesung immer lebendig und anschaulich macht und bereits in der DH-Phase die Theorie mit der Praxis verknüpft.

 

Nun zum Studiengang: International Business – Change Management

Wie bitte? Change Management? Was soll das denn sein? „Veränderungsmanagement“? So könnte doch auch ein Stylist heißen, schließlich verändert er hässliche Entlein in schöne Schwäne. Allerdings handelt es sich hier um ein betriebswirtschaftliches Studium, also werde ich nicht zu einem Stylisten ausgebildet. Vielmehr geht es darum, den Wandel, den Unternehmen, verstärkt wegen der Globalisierung, erleben, aktiv zu begleiten, unterstützen und kontrollieren. Nehmen wir an, ein Teil der Produktion soll ins Ausland verlagert werden. Ein Geschäftsführer denkt an Zahlen: Umsatzpotenzial, Kosten, Gewinne. In seinen Augen flimmern die Dollar-Zeichen. In den Augen eines Change Managers allerdings flimmern Menschen. Wie motiviert man die Mitarbeiter, ins Ausland auszuwandern? Wie erkläre ich, dass es diesen Job hier nicht mehr geben wird? Wie kann ich Konflikte zwischen Mitarbeitern oder gar zwischen Mitarbeitern und deren Vorgesetzten lösen? All diese doch eher soziologisch-psychologischen Fragen begründen die Existenz von Fächern wie „Change Management“, „Interactive Tools“ und „Soft Factors“. Neben diesen doch oft sehr lebendigen und interaktiven Vorlesungen müssen duale Studenten diesen Studienganges aber auch Grundlagen in BWL, VWL, IT, Wirtschaftsmathematik und Statistik sowie Finanzbuchführung erlernen. Es gibt aber auch Vorlesungen, die von ausländischen Dozenten, beispielsweise Dozenten aus den USA oder aus Chile, gehalten werden. Das sind „International Business“ und „International Production and Logistics“. Keine Angst, das Englisch ist nicht allzu schwer und man kommt sehr gut rein, wenn man gezwungen ist, Englisch zu sprechen.

In Bad Mergentheim zu studieren ist für mich sehr praktisch, da ich so zu Hause wohnen kann. Es gibt aber auch viele Studentenwohnheime, in denen man relativ günstig wohnen kann. Viele meiner Kommilitonen wohnen in einem solchen Wohnheim, da sie aus ganz Deutschland kommen. Diese Tatsache finde ich sehr spannend. Es entstehen Freundschaften, die ich sonst nie bekommen hätte.

Die Praxisphase im Unternehmen:

Während der Praxisphase im Unternehmen ist man mehr oder weniger ein normaler Auszubildender. Man durchläuft verschiedene Abteilungen, nimmt an Geschäftsreisen und Veranstaltungen teil. Die Würth Industrie Service hat ein super Angebot an internen Schulungen, welche man natürlich jederzeit besuchen kann. Was mir an der WIS besonders gut gefällt, ist die Stimmung im Unternehmen. Mit seinem 12-jährigen Bestehen ist es noch relativ jung. Auch der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter ist mit ca. 30 niedrig. Wir haben viele Visionen und Innovationen. Diese Stimmung ist mitreißend und motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

Als Azubi darf man nicht nur im Tagesgeschäft richtig mitarbeiten und bekommt Aufgaben, die eigenständig zu bearbeiten sind, sondern man darf auch mit zu Kunden fahren und dort beispielsweise bei einer Inventur mithelfen, wie das Bild zeigt. Zudem werden für die Auszubildenden verschiedene Aktivitäten wie Skifahrt, gemeinsames Grillen und eine Outdoorwoche angeboten. So wird eine Plattform geschaffen, auf der sich auch einige Freundschaften entwickeln.


Wenn du dich jetzt für ein duales Studium entschieden hast, dann musst du dich nur noch bewerben. Eine erfolgreiche Bewerbung beim Unternehmen sichert dir dann automatisch einen Studienplatz an der dem Studiengang entsprechenden DH. Weitere Infos findest du unter www.dhbw-mosbach.de

Artikel von Julia Dürr



 
Es wurden noch keine Kommentare hinterlassen.

Kommentar verfassen:


Schnellsuche:
 
Jugendstiftung Baden-Württemberg - Alle Rechte vorbehalten