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Filmkommentar: „goodbye aleppo“

„Auf Wiedersehen Aleppo“ - doch werden die Menschen „ihr“ Aleppo von früher, so wie es einmal war, wiedersehen? Diese Frage klärt der 51-minütige Dokumentarfilm, gedreht von zwei Syrern mit Handy- und Handkameras.

 
 

 



„My uncle`s wife and her daughter died“ (Junges syrisches Mädchen; starr, nüchtern und ohne emotionale Regung)

 



In dem Dokumentarfilm wurden die letzten Tage des Krieges und Grauens des Gewesenen Aleppos mittels Filmmitschnitte von den drei jungen Syrern Ahmad, Besim sowie Mojahed festgehalten und kommentiert. Gestartet wurden die Aufnahmen am 15 November 2016.

Ich werde, mithilfe kurzen Zitaten oder eigenen Kommentaren, einen kleinen Überblick über den Film schaffen:

Laute Rotorengeräusche.
„Syrische, sowie russische und iranische Regierungstruppen, starten eine Offensive um Ost Aleppo einzunehmen.“
Bombenschläge. Staub und Schutt. Nichts mehr zusehen, erst nach ein paar Minuten lichtet sich das Feld und gibt eine zerstörte Straße frei.

Bislang: „200.000 Zivilisten ohne Essen, Wasser oder Medizin.“

Ahmed filmt: Er überquert rennend eine große Kreuzung. Aus Angst und um nicht von Kugeln,Bomben oder herumfliegenden Trümmern getroffen zu werden.
Er sagt: „ (…) flying over Aleppo“, damit meint er die Kampfjets, die eine Bombe nach der Anderen abwerfen.
„That was hit“, nächste Einschläge lassen zwischen seinen Kommentaren nicht lange auf sich warten.
Im Hintergrund sind Menschen, die flüchten, mit ihrem wenigen Hab und Gut, das sie noch besitzen.

Basim filmt: Er erklärt „people are helpless“, dass die Menschen völlig hilflos und dem Bombenhagel machtlos ausgeliefert sind, fernab von der Zivilation. Basim beschreibt eine Einengung der Menschen, dass die kriegsfreien Gebiete kleiner werden „smaller area“, und quasi fast nicht mehr vorhanden sind. Dann werden wir in seine Wohnung geführt. Heruntergekommen, Elektrizität wird mittels einem durch Batterien angetriebenem Generator erzeugt. Sicher sieht es dort nicht aus. Mit Papier wird ein Ofen angeheizt; es wird gelacht und gescherzt! Das ist wohl die Heiterkeit vor nächsten Stürmen.

Hassan wird gefilmt: Er startet eine kleine Drohne, die er mit seinem Handy steuert. Kaum ist diese oben zeigt sich das epochale Ausmaß des Kampfes: Schutt, Geröll, Zerfall der Gebäude und Menschheit.

Immer wieder müssen die Menschen in den „underground“, sich duckend unter Gebäuderesten stellen. Rennende Rettungskräfte versuchen mit anderen Helfern nach Überlebenden zu suchen.

15. Dezember 2016 – Bus- und Autokolonnen warten inmitten der Trümmer darauf, losfahren zu dürfen. Warten auf Freiheit. Zwischen Blut, Toten und Verletzten. Doch wohin mag diese Reise gehen?

Hierfür fehlen uns die Vorstellungen!

Daher helfen: Gute Gedanken, Solidarität, lächeln trotz Terror und nicht die Augen zu verschließen. Hoffen und nicht aufgeben, so wie es die Menschen in Aleppo tun.

Ich kann jedem nur empfehlen sich diesen Film anzusehen!

 

Trailer: https://www.journeyman.tv/film/7083/goodbye-aleppo

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