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Filmpremiere WEIT in der Schauburg

Mittwochabend in der Schauburg, der große Leone-Saal ist sehr gut gefüllt. Um mich herum Menschen, die von ihrer letzten Reise erzählen oder ihre Pläne für die nächste offenbaren. Zur Einstimmung auf die weite Reise zeigt die Schauburg das Musikvideo von Ezé Wendtoin „Daheeme“Reisen und Heimat sind ja irgendwie immer sehr eng miteinander verbunden. Jeder Mensch ist auf der Suche und Reise seine Heimat zu finden, doch oft hilft es erst einmal loszuziehen, fort von allem Vertrautem und Gewohnten, ab in das Ungewisse und Neue.

 
 

Patrick und Gwen aus Freiburg machen es auf ihre eigene Art und Weise vor und lassen uns in diesem Film an ihren Erfahrungen teilhaben. Von Deutschland nach Indien, ohne die Erde zu verlassen, im ständigen Kontakt zum Land oder Wasser, nie fliegend, bepackt nur mit dem Nötigsten in zwei großen Rucksäcken, viel Zeit und dem Versuch, am Tag mit 5€ auszukommen, geht es 2013 los. Von Freiburg aus, wollen sie so weit in den Osten gehen, dass sie vom Westen wieder nach Hause zurückkehren. Per Anhalter reisen sie los, über den Balkan nach Moskau. Dann weiter durch Zentralasien und den Kaukasus. Permanent im unmittelbaren Kontakt zu den Menschen, eingetaucht in die Kultur. Durch Pakistan, Indien, Nepal, das Karakorum- Gebirge und die Mongolei. Sie reisen per Anhalter und schlafen in ihrem kleinen Zelt, arbeiten in Projekten, schlafen auf den Sofas von Couchsurfern.

Dann in Sibirien die Überraschung: Gwen ist schwanger. Kurzerhand werden neue Pläne geschmiedet, eine Kajüte auf einem Containerschiff von Japan nach Mexiko gebucht und ab dem Frühjahr 2015 geht die Reise zu dritt weiter. Die Art der Reiseform ändert sich somit im Vergleich zum ersten Jahr. Die junge Familie legt sich einen alten Bus an, mit dem sie ein Jahr lang durch Mittelamerika reisen, um sich als Familie kennenzulernen.

Die 1200 Kilometer von Barcelona nach Freiburg werden zur letzten Reiseetappe. Ein letztes Mal ändert sich ihre Art des Reisens, sie schnallen sich wieder die Kraxen auf die Rücken und laufen dreieinhalb Monate durch Europa und stetig heimatlichere Landschaften

Die Reise ist eine Geschichte über Vertrauen, über Loslassen und sich „Darauf-einlassen“. Ein Geben und Nehmen. Über Grenzen, die meist nicht bei Begegnungen mit Menschen und in deren Köpfen, sondern vor allem an den Landesgrenzen und bei Behörden auftauchen oder dem eigenen Durchhaltevermögen und über Heimat. Der Film strahlt Lebensfreude und Neugier aus, er ist ein traumhafter Beweis für Freundschaft, die über jeglichen Differenzen, seien es Länder, Sprachen oder Kulturunterschiede hinwegsieht.

Die Bilder rasen nur so an dem Zuschauer vorbei, das erste halbe Jahr der Reise ist in einer halben Stunde des Films erzählt. Es ist anstrengend, die lauten, bunten, ja schrillen Farben Indiens zu sehen, doch es kommt ein Schnitt und in der nächsten Sequenz sitzen die beiden wieder im Wald vor ihrem Zelt und es herrscht absolute Stille. Es sind auch diese extremen Gegensätze, die den Film sehr kurzweilig machen.

Der Film zeigt, dass nicht immer alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat und das manchmal gar keine konkrete Planung die Beste ist.

Am Ende des Films fühlt man sich den beiden Filmemachern unglaublich nahe. Man hat das Gefühl, die beiden in den letzten 2 Stunden gut kennengelernt zu haben. Nachdem der Applaus verklungen ist, beantworten Gwen und Patrick den Zuschauern in der Schauburg selbst die neugierigsten Fragen zur Hausgeburt in Mexiko mit einem Lachen und sympathischem Humor.

Für alle Reiselustigen, Weltenbummler, Aussteiger und alle die von Abenteuerreisen träumen: der Film läuft ab nächster Woche täglich in der Schauburg.Weitere Termine

Für alle, denen der Film zu schnell durch die einzelnen Länder rannte, der kann sich danach auf der Website den Rest des Filmmaterials ansehen und genauere Eindrücke der Länder bekommen.

 

Kulturgeflüster Dresten

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