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Meine Mutter, sein Exmann und ich

T. A. Wegberg schreibt aus der Sicht eines Jugendlichen und lässt uns in dessen komplizierte Welt eintauchen.

 
 

Joschkas Mutter fühlt sich wie ein Mann und entscheidet sich nun schließlich, das auch zu zeigen. Anders als seine Zwillingsschwester möchte Joschka diese Veränderung nicht einfach so hinnehmen, weiß nicht wie er damit umgehen soll und hält seine Mutter, beziehungsweise Frederick, sehr erfolgreich aus seinem Leben. Seitdem lebt er bei seinem Vater, der nun nach der Trennung mit seiner neu gefundenen Frau und ihrem gemeinsamen kleinen Sohn zusammen wohnt.


So verheimlicht er die Veränderungen seiner Mutter seinen Freunden und gerät zu Hause häufiger mit der neuen Frau seines Vaters zusammen. Dazu kommen noch die gewöhnlichen Teenagerprobleme und die Schule. Dort beginnt seine Klasse auch noch ein Projekt ausgerechnet über LGBT, also Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Mit einer großen Abschlusspräsentation für den landesweiten Schulwettbewerb zum Thema „Toleranz“.

Auch wenn er etwas Insiderwissen hat, ist Joschka dieses Thema auch fünf Jahre nach der Veränderung seiner Mutter noch sehr unangenehm. Werden jetzt alle sein gut gehütetes Geheimnis erfahren und ihn auslachen? Und dann ist da noch Emma. Endlich ist er mit ihr zusammen, aber sie will dann seine ganze Familie kennenlernen. Sie nimmt es persönlich, seine Mutter nie zu sehen. Auch seine Freunde verstehen nicht, wieso er weiter bei seinem Vater lebt, da dessen Frau ihm das Leben sehr schwer macht.
Ein leicht geschriebenes Buch, das dennoch tiefsinnig ist und zum Nachdenken anregt. Da normale Alltagsprobleme mit den spezifischen und nicht ganz so alltäglichen Problemen Joschkas verbunden werden, ist es leicht sich in seine Position zu versetzten, auch wenn man vielleicht nicht immer genau so handeln würde.


Es geht viel um Vorurteile, welche Reaktionen man erwartet, wie man sich selbst verhält und wie das beides zusammen spielt. Hier verändert sich nicht nur Joschka, sondern auch der Leser lernt viel dazu. Mit vielen unterschiedlichen Argumenten und Sichtweisen sowie auch falschen Einschätzungen wird die Situation nachvollziehbar und umfassend dargestellt.
Das Buch ist nicht nur etwas für Menschen die sich mit diesem Thema genau auseinandersetzten und die Gründe für verschiedene Reaktionen, besonders von Jugendlichen, verstehen möchten, sondern auch als leichte Lektüre für zwischendurch. Als komplizierte Familiengeschichte einer etwas anderen Art ist das Buch für jeden geeignet.

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