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Filmschau BW: Sprungbrett der Filmemacher von morgen

Mit Berlinale oder Hollywood lässt sich die Filmschau Baden-Württemberg nicht vergleichen. Das ist auch gar nicht nötig. Denn das kleine Stuttgarter Filmfestival hat ganz andere Qualitäten: Die Nähe zum Publikum, vor allem zu jungen Menschen, die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, sowie die zahlreichen Fördermöglichkeiten durch verschiedene Jugendpreise.

 
 

Der rote Teppich vor dem Metropolkino, die Scheinwerfer und Kameras erwecken erst einmal den Eindruck: Oh, Glamour! Oh, Promis! Bin ich da nicht fehl am Platz?
Die Wahrheit ist: Die Filmschau Baden-Württemberg ist viel sympathischer und unglamouröser als man denkt. Die meisten Filmemacher und Gäste sind auf Du. Jeans und Kapuzenpullis mischen sich unter Anzüge und Abendkleider. Und mittendrin stecken die jungen TeilnehmerInnen der Medienworkshops, die Fotos knipsen, Interviews führen und Reportageclips drehen.

Workshops für den Nachwuchs


Jeden Tag eine aktuelle Festivalzeitung herausgeben: Eine enorme Herausforderung! Die Organisation des Workshops hat Lisa Nonnenmacher von der Jugendpresse in die Hand genommen. Unterstützt wird sie von einem 9-köpfigen Team, das jeden Tag Rezensionen, Berichte und Interviews tippt oder die Texte als Layouter in Form bringt.

Andere Workshops richten sich direkt an Nachwuchs-Filmemacher. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten beispielsweise mehr zu Werbefilmen, Filmmusik, Storyboard oder Regie erfahren.

Junge Firmengründer räumen Preise ab


Was Filmemacher schon in jungen Jahren erreichen können, zeigt uns die Filmschau im Metropol-Kino eindrucksvoll auf. Louis Wick und Thomas Bünger wurden für ihre Produktionsfirmen mit dem Media Start-Up Preis ausgezeichnet. Louis ist 19 Jahre alt und ist mit seiner vor zwei Jahren gegründeten Firma Wickinger Film schon sehr erfolgreich. Beim Jugendfilmpreis ist er Wiederholungstäter: Sein Werk „Nebelbilder“ wurde letztes Jahr mit dem Jugendfilmpreis ausgezeichnet.
Auch über Thomas‘ Namen stolperte man auf der Filmschau häufiger.
Er wirkte unter anderem an den Preisträgerfilmen „Die Ratte“ und „Eleutheromania“ mit.
Diese beiden gehörten neben „Unterwasser ist es still“ zu den ganz großen Abräumern des Jugendfilmpreis 2015.

„Waaas? Ihr seid ja verrückt!“


„Unterwasser ist es still“, eine deutsch-schottische Produktion, nahm Preise für Kamerafrau Gwenllian Thurstan und die beiden Schauspieler Laurie Scott und Filip Roch Januchowski mit nach Hause.
Siri Wiedenbuschs Drehbuch zu „Eleutheromania“ hatte die Jury ebenfalls überzeugt. „Man kann nur staunen, wie viel Lebenserfahrung in Geschichten von so jungen Menschen steckt!“
Zusätzlich wurde das ganze Team hinter dem Film für die „beste Ensembleleistung“ ausgezeichnet. „Waas? Ihr seid ja verrückt!“ rief einer der Mitwirkenden ungläubig, als das Ensemble ein zweites Mal auf die Bühne steigen durfte.
„Die Ratte“ wurde gleich zweimal als Gesamtwerk ausgezeichnet. Neben dem Katholischen Jugendmedienpreis ging auch der Preis „Bester Jugendfilm“ an Anja Gurres und ihr Team. In ihrer Dankesrede betonte Anja die Bedeutung des Jugendfilmpreises und der Filmschau. „Alle Personen, mit denen ich an „Die Ratte“ gearbeitet habe, kenne ich entweder von hier oder sie wurden mir von Filmschau-Kontakten empfohlen.“
Die Organisatoren sind zu Recht stolz auf den Jugendfilmpreis, der sich von einem kleinen Bereich der Filmschau zu einem „Festival im Festival“ entwickelt hat. „Nur die Preisgelder sind noch etwas mager.“ gaben Festivalleiter Oliver Mahn und Co-Moderator Laurenz Lerch zu. Aber: „Wir arbeiten dran!“


Mehr Infos:
Die Filmschau wird vom Filmbüro Baden-Württemberg organisiert und findet jedes Jahr im Dezember statt. Neben dem Jugendfilmpreis (Kategorien „Bester Film“, „Bestes Drehbuch“, „Beste schauspielerische Leistung“, „Beste Animation“, “Beste Special Effects“, „Beste Ensembleleistung“, „Beste Kamera“ und „Bester Dokumentarfilm“) werden der Katholische Jugendmedienpreis in verschiedenen Alterskategorien, die „Goldene Orange“ des VVS und der Preis für den Besten Entwicklungspolitischen Film verliehen.

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